Mitarbeiter-Cluster machen ­Wintersportorten zu schaffen

Vorarlberg / 10.01.2022 • 22:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Nach Lech nimmt auch im benachbarten Warth am Arlberg das Infektionsgeschehen zu.VN/Steurer, stp
Nach Lech nimmt auch im benachbarten Warth am Arlberg das Infektionsgeschehen zu.VN/Steurer, stp

Nach Lech mehren sich Coronafälle auch in Warth. Zwei Hotels haben zugesperrt.

WARTH Im Arlberger Tourismus­ort Warth schnellen die Infektionszahlen in die Höhe. 40 positive Coronafälle drücken mitten in der Hochsaison auf die Stimmung. Mitarbeiter-Cluster in zwei der bekanntesten Hotels haben zu vorsorglichen Betriebsschließungen geführt. Auf „Eigeninitiative und zum Schutz von Mitarbeitern und Gästen“, wie es seitens der Betreiber heißt.

Zwei Leitbetriebe betroffen

Betroffen sind das Hotel Steffis­alp und der benachbarte Warther Hof, beides Häuser der gehobenen Kategorie im Zentrum des Wintersportorts mit 170 Einwohnern. Beide Betriebe hätten über die vorgeschriebenen Maßnahmen hinaus auf Corona-Sicherheit geachtet, wie sowohl Tourismuslandesrat Christian Gantner als auch der Warther Bürgermeister Stefan Strolz bestätigen. „Selbst wenn man sich an alle Regeln und Maßnahmen hält und auch besonders vorsichtig agiert, ist man vor einem Ausbruch nicht gefeit“, so Strolz im Gespräch mit den VN. Die beiden touristischen Leitbetriebe hätten mit dem Zusperren auf Eigeninitiative zum Schutz des ganzen Dorfes beigetragen. Ob eine Verbreitung auch innerhalb der Bevölkerung damit verhindert werden konnte, werden allerdings erst die nächsten Tage zeigen.

Als das Hotel Steffisalp am 4. Jänner bereits die Reißleine gezogen und den Betrieb vorsorglich zugesperrt hatte, bestätigten sich im Warther Hof erste Verdachtsfälle. Man habe unverzüglich reagiert, Mitarbeiter sofort in Quarantäne geschickt, so Geschäftsführer Markus Roiderer. 95 Prozent des Teams seien geimpft, teils geboostert. Mehrfach wöchentlich habe man getestet. Gestoppt konnte der Coronaausbruch dennoch nicht werden. „Es sind weitere Fälle dazugekommen. Wir konnten den Betrieb nicht mehr aufrechthalten und haben uns zum Wohle der Mitarbeiter und Gäste fürs Schließen entschieden“, so der Hotelmanager. Seit 9. Jänner beherbergt das Haus keine Gäste mehr. Am kommenden Wochenende wolle man mit der Sicherheit, dass alle wieder gesund sind, neu durchstarten. Die Hotelschließung erfolge in einer Zeit mit bester Buchungslage. Jetzt hofft Roiderer, die Saison dennoch einigermaßen erfolgreich fortführen zu können.

Wintersaison nicht gefährdet

Die Wintersaison ist bisher trotz weitreichender Schutzmaßnahmen geprägt von Rekord-Inzidenzen in den Skiregionen. „Wir müssen, gerade was die Infektionszahlen bzw. Inzidenzen in den Tourismusorten betrifft, ganz klar unterscheiden, dass dies großteils Orte sind mit wenig Einwohnern, aber sehr viel an Personal und Gästen“, relativiert der zuständige Landesrat Christian Gantner die reinen Zahlen.

Dennoch liegt ein Schatten über der aktuellen Saison. An ein vorzeitiges Ende glaubt Gantner aber nicht. „Zum jetzigen Zeitpunkt kann behauptet werden, dass wir mit den geltenden Präventionsmaßnahmen einerseits und mit unserem Winterkodex sehr gute Schutzmaßnahmen haben, die es bestmöglich erlauben, dass wir eine Wintersaison durchführen können.“ VN-MIG, VN-MM, VN-TW

„Selbst wenn man besonders vorsichtig agiert, ist man vor einem Ausbruch nicht gefeit.“

Auch das Hotel Steffisalp ist zur Zeit geschlossen.
Auch das Hotel Steffisalp ist zur Zeit geschlossen.
Der Warther Hof hat nach Corona-Fällen für eine Woche zu.
Der Warther Hof hat nach Corona-Fällen für eine Woche zu.

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