Die Kinderlein kamen wieder

Vorarlberg / 11.01.2022 • 18:54 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Marielle Luise, im Bild mit ihrer Mutter Denise Heimgaertner, eröffnete am 1. Jänner 2022 um 1.34 Uhr den Babyreigen. khbg, Adobe Stock
Marielle Luise, im Bild mit ihrer Mutter Denise Heimgaertner, eröffnete am 1. Jänner 2022 um 1.34 Uhr den Babyreigen. khbg, Adobe Stock

Laut vorläufigen Daten gab es 2021 in Vorarlberg 4298 Geburten. Macht ein Plus von 2,4 Prozent.

Bregenz Es gibt sie noch, die guten Nachrichten mitten in der Pandemie, und diesmal betreffen sie die jüngsten Vorarlberger. Waren die Geburten im ersten Coronajahr 2020 noch rückläufig, sind sie im vergangenen Jahr wieder leicht gestiegen. Die Geburtshilfeabteilungen der Krankenhäuser verzeichneten insgesamt 4298 Geburten. Das entspricht einer Zunahme von rund 2,4 Prozent. In Zahlen gegossen sind das um immerhin 103 mehr als im Jahr davor (4195). Die meisten Geburten gab es neuerlich im Stadtspital Dornbirn (1400), gefolgt vom Landeskrankenhaus Bregenz (1318) und dem Landeskrankenhaus Feldkirch (1054). Im Landeskrankenhaus Bludenz wurde nach einer kleinen Flaute wieder die 500er-Marke geknackt.

Skepsis überwunden

Die Pandemie konnte die Lust auf Nachwuchs offenbar nur kurz dämpfen. Nach einem kräftigen Hoch im Jahr 2019, als aus den Spitälern 4326 Geburten gemeldet wurden, folgte 2020 der Einbruch. Experten sprachen damals von Unsicherheit, die viele Paare mit der Familienplanung zuwarten ließ. Doch inzwischen scheint die Skepsis überwunden, wie auch der langjährige Leiter der Gynäkologie und Geburtshilfe am LKH Bregenz, Hans Concin, bestätigt. „Die Situation zu Beginn der Pandemie ging den Menschen unter die Haut, die Lockdowns erwiesen sich als gravierende Einschnitte. Nun haben wir uns mehr oder weniger daran gewöhnt. Außerdem ist die Impfbereitschaft deutlich gestiegen“, erklärt Concin. Dass es mit dem Kindersegen wieder zaghaft aufwärts geht, sieht er außerdem als eine Art von Kompensation. Was 2020 aufgrund von Verunsicherung ausgesetzt wurde, wird jetzt nachgeholt. Auch der Mythos, wonach die Coronaimpfung unfruchtbar mache, fällt laut Concin kaum mehr auf fruchtbaren Boden. Ab und an spuke er noch herum, doch viele Studien hätten das mittlerweile deutlich widerlegt, sowohl was Frauen als auch Männer betrifft. Was er aber betont haben möchte: „Die Impfung sollte unbedingt vor einer geplanten Schwangerschaft erfolgen.“

Bregenz gefragt

Doch zurück zur aktuellen Geburtenstatistik. Mehr Geburten als 2020 verzeichneten die Landeskrankenhäuser Bludenz und Bregenz. In Bludenz, das die kleinste Geburtshilfeabteilung im Land beherbergt, hatten die Hebammen vor allem im Oktober (54) und Dezember (49) viel zu tun. Am Ende des Jahres stand die stolze Bilanz von 526 Geburten. Zum Vergleich: 2020 waren 459 Geburten registriert worden. Besonders gefragt bei werdenden Eltern war das Landeskrankenhaus Bregenz, wo gegenüber 2020 gleich 145 Geburten mehr stattgefunden haben. Mit gesamt 1318 Geburten wurde sogar die Zahl aus dem Jahr 2019 übertroffen (1253). Einen leichten Abwärtstrend verzeichneten die Geburtshilfeabteilungen in den Krankenhäusern Dornbirn und Feldkirch. In Dornbirn gab es gegenüber 2020 um 29 Geburten weniger, bezogen auf 2019 waren es 77 Geburten. Das Landeskrankenhaus Feldkirch steht ebenfalls mit einem Minus da, dort erwies sich allerdings 2020 mit 1134 Geburten als starkes Jahr.

Der geburtenstärkste Monat war übrigens der September. Da erblickten insgesamt 394 Babys das Licht der Welt. Auch der Jänner kann sich mit 389 Geburten durchaus sehen lassen. Auf den Plätzen folgen Juli (376), Februar (362) sowie Juni und Oktober (357). VN-MM

„Die Situation zu Beginn der Pandemie ging den Menschen unter die Haut.“

Hans Concin sieht die Skepsis bei Paaren beendet.vn/stiplovsek
Hans Concin sieht die Skepsis bei Paaren beendet.vn/stiplovsek

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