Höchster Fortschritt in Klima- und Energiepolitik

Vorarlberg / 11.01.2022 • 16:51 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das e5-Kernteam: Bgm. Herbert Sparr, Thomas Burtscher, Bernd Brunner, Markus Bacher und Amtsleiter Mag. Alexander Thaler (von links). <span class="copyright">ajk/2</span>
Das e5-Kernteam: Bgm. Herbert Sparr, Thomas Burtscher, Bernd Brunner, Markus Bacher und Amtsleiter Mag. Alexander Thaler (von links). ajk/2

Rheindeltagemeinde verbessert sich im Vorjahr in vielen Bereichen Richtung e4.

HÖCHST Die Rheindeltagemeinde Höchst hat im Rahmen des Vorarlberger e5-Programmes auch im vergangenen Jahr erfolgreiche Anstrengungen unternommen für eine möglichst gute Bilanz in der Klima- und Energiepolitik. Das zeigt die Zertifizierung, also die jährliche Überprüfung der vorgegebenen Ziele und Maßnahmen durch die externe Kommission.

Umweltfreundliche Mobilität

Höchst beteiligt sich seit 2011 am landesweiten e5-Programm. Die bereits vor einem Jahr zugesprochene e3-Wertung wurde verfestigt, in verschiedenen Bereichen ist der e4-Status erreicht. Erfreulich gute Werte hat Höchst beispielsweise im Bereich der umweltfreundlichen Mobilität. Die Gemeinde fördert den Fahrradverkehr ebenso wie Carsharing. Im jährlichen Fahrradbewerb erreicht Höchst regelmäßig Spitzenwerte. „Wir wollen nicht auf dem jetzigen Standard stehen bleiben. Deshalb saniert Höchst aktuell sämtliche Kindergärten, um eine noch bessere Energiebilanz zu erreichen.“ Das erläutert der Vorsitzende des Ausschusses für Raumplanung und Verkehr, Gemeinderat Markus Bacher vom e5-Kernteam der Gemeinde.

Umbau der Lüftungsanlage

Ein weiteres Beispiel für Energiesparmaßnahmen ist der Umbau der Lüftungsanlage der Dreifachturnhalle der Mittelschule Höchst. Eigentlich sollte lediglich die Steuerung angepasst werden. „Die Überprüfung hat aber ergeben, dass ein Austausch der Lüftungsgeräte erheblich besseres Einsparungspotenzial hat. Deshalb hat sich die Gemeinde für diese umfangreichere Maßnahme entschieden.“ Selbstverständlich ist die Berücksichtigung des kommunalen Gebäudeausweises bei gemeindeeigenen Bauten. Dieser nimmt besonders Rücksicht auf denn Einsatz regionaler Baustoffe sowie energiesparender Planung und Umsetzung.

LED in Straßenlaternen

Manche im Audit vorgeschlagene Maßnahme ist bereits umgesetzt, wie etwa die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf energiesparende LED. Markus Bacher: „Andere Vorhaben haben sich etwas verzögert, weil manche Beratung wegen der Coronaregeln nicht abgehalten werden konnte. Wir trafen einander leider seltener persönlich.“ Zu diesen Vorhaben zählt etwa der General-Verkehrsplan für Höchst. Er soll künftig noch mehr Rücksicht auf die schwächsten Verkehrsteilnehmer sichern. Die Aktualisierung des umfassenden Energie- und Klimaschutzleitbildes sowie ein engagierter Bebauungsplan sollen künftig die in Höchst vorhandenen Möglichkeiten noch besser ausschöpfen.

Dabei hilft auch die fachkundige Beratung durch Spezialisten. Federführend ist dabei das Vorarlberger Energieinstitut, das die Grundlagen der e5-Kampagne 1998 erarbeitet hat. Sie bietet Gemeinden, die sich in Sachen Klimaschutz und Energieeffizienz über das übliche Maß hinaus engagieren, eine konkrete und längerfristige Begleitung an. Der überlegte Umgang mit Energie und Klima betrifft aber auch die Anpassung der Rheindeltagemeinde an den Klimawandel.

Schatten gegen Hitze

„Vor zehn Jahren hat noch niemand davon gesprochen, dass es bei uns zu heiß werden könnte. Inzwischen sind Hitzetage deutlich häufiger“, berichtet Markus Bacher. Ein Baum, der vor dem neuen Sozialzentrum gepflanzt wurde, ist eine Maßnahme, mit der reagiert wurde. „Die Bewohner des Sozialzentrums sitzen während der Sommermonate sehr gerne vor dem Haus, weil da allerhand los ist. Der schattige Baum macht das Mikroklima hier erträglicher.“

Die Möglichkeiten, mit eigener Energieerzeugung zu punkten, hat Höchst inzwischen beinahe völlig ausgeschöpft. Markus Bacher berichtet von den drei umgesetzten Photovoltaikanlagen mit Bürgerbeteiligung. „Es gibt lediglich noch eine freie Dachfläche im Gemeindeeigentum, die sich für Solarstrom eignen könnte.“ AJK

Markus Bacher bei einem der drei Höchster Solarkraftwerke mit Bürgerbeteiligung.
Markus Bacher bei einem der drei Höchster Solarkraftwerke mit Bürgerbeteiligung.

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