Krönender Abschluss

Vorarlberg / 11.01.2022 • 16:46 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Elektriker Josef Mayr ist für Licht und Ton in der Ausstellung zuständig.
Elektriker Josef Mayr ist für Licht und Ton in der Ausstellung zuständig.

Letzte große Ausstellung von Krippenbauer Albert Gohm im Feldkircher Pulverturm.

Feldkirch Viele verschiedene Facetten der Krippenbaukultur finden die Besucher der noch bis zum 2. Februar zwischen 14 und 18 Uhr zugänglichen Ausstellung von Albert Gohm im sonst nur zu speziellen Anlässen geöffneten Pulverturm. Auf drei Geschossen zeigt der 85-jährige Krippenbaumeister eine große Zahl von Krippen, teils selbst gestaltet, teils restauriert. „Jede von ihnen hat für die Besitzer ihre eigene Bedeutung und Geschichte, egal ob sie sehr einfach oder aufwendig gemacht ist“, erklärt Gohm bei einem Rundgang.

Die schlichtesten Exemplare bestehen zu einem wesentlichen Teil aus Kartoffelsäcken, die über Stecken platziert, versteift und eingefärbt wurden, daneben gibt es Exemplare mit etwa der alten Tisner Kirche oder der Schattenburg als Kulisse für die Darstellung der Heiligen Familie. Eine auf Laubsägeholz kaschierte und ausgeschnittene tschechische Hauskrippe findet sich ebenso wie eine, die aufwendig in einen hohlen Baumstamm platziert wurde oder ein hoher, drehbarer Stumpfkegel, auf dem der Weg von oben zur Krippe an seinem Fuß führt.

Viele Attraktionen

Zu den Blickfängern gehört weiters die „Krippe in der Krippe“, mit der Heiligen Familie auf einer Kommode im Inneren eines Hauses mit einer Weihnachtsbriefmarke und einem Schwarz-Weiß-Passfoto von Gohm an zwei Wänden. Aber auch die Krippe auf einem Lavabrocken, den er aus einem Krater des Ätna geholt hat. Weitere Exemplare glänzen mit einem echten Wasserfall und – gegen den Einwurf eines 20-Cent-Stücks – durch Schneegestöber.

„Viele schöne Erlebnisse“ verbindet Gohm mit einem Vierteljahrhundert Krippenbau. Dass der von Freundin Erika Bacchini und Elektriker Josef Mayr (zuständig für Licht und Ton) unterstützte Krippenbauer einen Teil seiner im Übrigen verkäuflichen Werke zum ersten und gleichzeitig letzten Mal im imposanten Pulverturm zeigt, hat einen Grund: Um die Stücke aus dem Lager über der Straße zu holen, muss man dort je fünfzig Stufen hinauf-­ und hinabsteigen und wieder retour. Im Pulvertrum selbst wieder bis zu 30 Stufen hinauf. „Das ist ein Tschoch gewesen, den wir nicht mehr als vier Mal täglich geschafft haben.“

Große Verdienste

Albert Gohm hat den „Feldkircher Freizeitverein“ gegründet und mit Gleichgesinnten 25 Jahre lang die Stadtkrippe mit lebensgroßen Figuren und lebenden Schafen aufgestellt und betreut. Figuren und Schafe hat er einmal in ein altes Wohnmobil gepackt und ist damit zu einer Spendenübergabe ins Funkhaus Dornbirn gefahren. Über seinen langjährigen Krippenbaufreund Josef Seidl hat er vom Museum in Steyr Tonmodelle für das Nachgießen der sogenannten „Loahmmandel“ (Halbrelief-Figuren aus Ton) bekommen und zwischen 8000 und 9000 Stück produziert. AME

Elektriker Josef Mayr ist für Licht und Ton in der Ausstellung zuständig.
Elektriker Josef Mayr ist für Licht und Ton in der Ausstellung zuständig.
Elektriker Josef Mayr ist für Licht und Ton in der Ausstellung zuständig.
Elektriker Josef Mayr ist für Licht und Ton in der Ausstellung zuständig.
Im besonderen Ambiente des Pulverturms zeigt Albert Gohm bis Maria Lichtmess seine selbst gebauten Krippen.Meusburger
Im besonderen Ambiente des Pulverturms zeigt Albert Gohm bis Maria Lichtmess seine selbst gebauten Krippen.Meusburger
Albert Gohm und Freundin Erika Bacchini vor einer der zahlreichen ausgestellten Krippen und aufwendigen Laubsägearbeiten Gohms.
Albert Gohm und Freundin Erika Bacchini vor einer der zahlreichen ausgestellten Krippen und aufwendigen Laubsägearbeiten Gohms.
Andrea Hieble (Tanzschule) besichtigt mit Tochter Adriana die Ausstellung.
Andrea Hieble (Tanzschule) besichtigt mit Tochter Adriana die Ausstellung.

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