Österreich wartet statt Österreich testet

Vorarlberg / 11.01.2022 • 20:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Getestet wird derzeit in Österreich in großer Zahl. Ein Systemzusammenbruch hat dann beträchtliche Folgen. VN/Paulitsch
Getestet wird derzeit in Österreich in großer Zahl. Ein Systemzusammenbruch hat dann beträchtliche Folgen. VN/Paulitsch

Server für Coronatests bei Apotheken streikte am Dienstagvormittag

Schwarzach Leicht frustriert waren mehrere testwillige Personen, die am Dienstagvormittag in Vorarlberger Apotheken ihren Infektionsstatus überprüfen lassen wollten. Sie wurden zum Teil wieder nach Hause geschickt, statt getestet. Grund: Die elektronische Plattform zur Erfassung zur An- und Einmeldungen getätigter Gurgel- und Stäbchentests streikte und sorgte so für einige Verwirrung.

Serverwechsel

Jürgen Rehak, Präsident des österreichischen Apothekerverbandes und Sprecher der Vorarlberger Apotheker, wurde vom Ausfall des Systems völlig überrascht. „Ich kam gerade von einem Termin in meine Apotheke, als das die interne Alarmmeldung eintraf: ‚System steht‘. Draußen standen circa 15 Leute wegen der Tests an. Es war ärgerlich.“ Wie Rehak dann erfuhr, war es der Wechsel auf einen neuen zentralen Server, der das Problem verursachte. Sehr zum Missfallen des Apotheker-Präsidenten. „Wie kann man an einem helllichten Vormittag so eine Systemumstellung vornehmen. Das ist für mich nicht nachvollziehbar.“

Geduld auch bei Gurglern

Nicht betroffen von den Systemproblemen der Apotheker und anderer Teststationen in ganz Österreich waren die Teststationen in Vorarlberg. Der für die Testinfrastruktur zuständige Landesrat Christian Gantner durfte Entwarnung geben. Das Land habe für die eigenen Teststationen ein eigenes System. „Wir fühlen uns darin bestätigt, dass wir unsere eigene komplette Infrastruktur haben“, sagte Gantner. Viel längere Wartezeiten auf das Ergebnis als gewohnt meldeten jedoch Personen, die sich einem Gurgeltest unterzogen, wofür sie per SMS eine Entschuldigung erhielten.

Die PCR-Tests bei den heimischen Apotheken sind gewöhnlich schnell. „Zwischen sechs und zwölf Stunden dauert es normalerweise, bis wir der Testperson ein Ergebnis übermitteln können“, weiß Jürgen Rehak. Dieses Mal müssen die Kunden länger auf ihr Testergebnis warten. „Es kann aufgrund des Systemausfalls bis zu 36 Stunden dauern“, macht sich der Experte keine Illusionen.

Rehaks Kollege Karl Braun aus Lustenau erlebte den Systemausfall in seiner Apotheke weniger dramatisch. „Wir haben die Daten analog festgehalten und sie dann später, als das System wieder funktionierte, dorthin übertragen. Bei uns waren  einige wenige Personen betroffen.“ Trotzdem steht zu befürchten, dass das bundesweite System (https://oesterreich-testet.at) aufgrund der enormen Testdichte vorläufig an seine Kapazitätsgrenzen stößt, Wartezeiten inklusive. VN-HK

„Wie kann man am helllichten Vormittag nur eine Systemumstellung vornehmen? “

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