Wenn Rapunzel und Struwwelpeter in die Jahre kommen

Vorarlberg / 11.01.2022 • 16:51 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Hard „Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute.“ Dieses tröstliche Ende vieler Märchenerzählungen kennt man. Peter Wehinger, Künstler aus Dornbirn, fragt sich, was denn lange vor dem Sterben aus Prinzessinnen, Prinzen oder dem Struwwelpeter hätte werden können.

Seine faltenreichen Märchenfiguren stellt er ab dem 20. Jänner in der Galerie.Z an der Landstraße in Hard aus. Und dieses Mal wird es klappen, wie die Galerie nach zweimaliger Verschiebung der Vernissage bekannt gibt.

Rapunzel im Ruhestand

Ob wohl die etwas aus dem Leim gegangene Prinzessin noch ausreichend Kraft aufbringt, um den Frosch so gegen die Wand zu werfen, dass ein Prinz daraus wird? Und wer erklimmt den Haarzopf der Rapunzel im Ruhestand? Derartige Fragen können sich Gäste der Eröffnung der Ausstellung „Sabotage“ am 20. Jänner stellen, bei der um 19.30 Uhr Margot Prax in der Galerie.Z spricht. Der Künstler wird ebenso anwesend sein. Peter Wehinger, Jahrgang 1971, hat nach seinem Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien von Objekten und Installationen zunehmend zum Ausdrucksmittel der Zeichnung gewechselt. Dabei war das Altern wesentliches Thema. Er konfrontierte das Publikum bereits mit dem unausweichlichen Altern, die in „Sabotage“ gezeigten hüllenlosen Märchenfiguren stellen eine gesteigerte Version dar. Peter Wehinger entzaubert die jugendlichen Helden, Ritter, Prinzessinnen und Feen und sabotiert somit die Erinnerungen aus der Kindheit.

Existenzielle Fragen

Peter Wehingers Werke sind in zahlreichen öffentlichen Einrichtungen zu sehen, sie waren in Galerien und Künstlerhäusern in Vorarlberg, Österreich und verschiedenen europäischen Staaten präsent. Wehinger hat verschiedene Stipendien erhalten und war als Artist in Residence in Litauen, Slowenien, Italien und seiner Heimat engagiert. ajk

„Sabotage“, Zeichnungen von Peter Wehinger, Galerie.Z, Hard, vom 20. Jänner bis 19. Februar 2022. Vernissage am 20. Jänner, 19.30 Uhr.

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