Wintervogelzählung 2022: Meisen sind auf dem Vormarsch

Vorarlberg / 11.01.2022 • 12:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Vergangenes Wochenende konnten Hobby-Ornithologen wieder Wintervögel zählen.<span class="copyright"> birdlife</span>
Vergangenes Wochenende konnten Hobby-Ornithologen wieder Wintervögel zählen. birdlife

In Vorarlberg hat aber der Spatz wieder den Schnabel vorne.

Schwarzach Vom 6. bis 9. Jänner zählte jeder Schnabel: Bei der „Stunde der Wintervögel“ waren zum 13. Mal Vogelfans aus ganz Österreich aufgerufen, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, am Balkon oder im Park zu zählen und die Ergebnisse an die Vogelschutzorganisation BirdLife zu melden. Am Montag wurde eine erste Hochrechnung präsentiert, aus der sich bereits spannende Trends ablesen lassen.

Österreichweit hat bisher die Kohlmeise den Schnabel vorn und verweist Haus- und Feldsperling auf die Plätze zwei und drei. Im Schnitt sind rund 31 Vögel pro Garten gezählt worden, das liegt unter dem langjährigen Durchschnitt von 38 Vögeln pro Garten, aber auf dem gleichem Niveau wie in den beiden Vorjahren. 

Schneelage entscheidend

Temperatur und Schneelage während des Zählzeitraums sind wichtige Faktoren, die das Auftreten der heimischen Vögel im Siedlungsraum beeinflussen. Südlich der Alpen überwintern generell mehr Vögel. So ist heuer ein deutliches Nord-Süd-Gefälle zu beobachten: In der Steiermark (rund 37 Vögel pro Garten) und Kärnten (rund 35) sind österreichweit die meisten Vögel pro Garten anzutreffen. Bei Schnee finden die Samenfresser in der freien Landschaft und in den Wäldern weniger Nahrung und fliegen zu den Futterstellen im Siedlungsraum.

In Vorarlberg wurden bisher von knapp 700 Vogelfreunden im Durchschnitt rund 26 Wintervögel pro Garten gezählt, das ist etwas mehr als 2020 und 2021. Insgesamt sind wieder mehr Meisen (Kohl-, Blau-, Tannen- und Haubenmeise) zu den heimischen Futterhäuschen geflogen. Auch Bergfinken und Gimpel wurden häufiger beobachtet. Obwohl die Kohlmeise der häufigste Wintervogel Österreichs ist, ist ihr Winterbestand in den Siedlungen unter Schwankungen langfristig abnehmend. Ursachen für diese Schwankungen sind die Verfügbarkeit von natürlicher Nahrung und der Zuzug aus dem Norden. 

Rückschlüsse auf Zugverhalten

In Vorarlberg ist dieses Jahr erneut der Haussperling, auch bekannt als Spatz, am öftesten gezählt worden, gefolgt von der Kohlmeise und der Amsel. “Spatzen sind nämlich Standvögel, das heißt sie bleiben auch den Winter über in ihrem Brutgebiet”, erklärt Johanna Kronberger von BirdLife Vorarlberg. Aus diesem Grund ist die Zahl der Spatzen relativ gleichbleibend. “Man muss generell zwischen Brutvögeln und Wintergästen unterscheiden. Die Wintergäste, wie zum Beispiel der Bergfink, brüten nicht in Vorarlberg und fliegen in manchen Jahren in größerer Zahl aus dem Norden ein”, berichtet die Vogelexpertin.

Der Spatz sitzt in Vorarlberg wieder auf dem vordersten Ast. <span class="copyright"> Assil</span>
Der Spatz sitzt in Vorarlberg wieder auf dem vordersten Ast.  Assil
Auf Platz zwei flatterte hierzulande die Kohlmeise.<span class="copyright"> Szalai</span>
Auf Platz zwei flatterte hierzulande die Kohlmeise. Szalai
Die Amsel liegt derzeit knapp dahinter auf Platz 3. <span class="copyright">Rosenberger</span>
Die Amsel liegt derzeit knapp dahinter auf Platz 3. Rosenberger

Durch die Zählung der Wintervögel im Rahmen des Projekts können Rückschlüsse über das Zugverhalten verschiedener Vogelarten getroffen werden. Auch die Gesamtzahl der Vögel lässt darauf schließen, wie es der Vogelwelt insgesamt geht, sagt Kronberger. 

Ergebnisse abrufbar

Das Endergebnis steht erst nach Eingang aller Meldungen und der Auswertung der Ergebnisse fest. Einsendeschluss der Ergebnisfolder und Ende der Online-Eingabe ist am 17. Jänner 2022. Der jeweils aktuelle Stand der gemeldeten Beobachtungen ist in Echtzeit nachzulesen unter: www.stunde-der-wintervoegel.at. Mit dem Button „Ergebnis 2022“ kann auch nach Bundesland gefiltert werden.

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