Flucht mit Sprung aus dem zweiten Stock

Vorarlberg / 12.01.2022 • 22:09 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Schüler wurde nach seiner ersten Verurteilung rasch rückfällig. ECKERT
Der Schüler wurde nach seiner ersten Verurteilung rasch rückfällig. ECKERT

15-jähriger Cannabisdieb zu zehn Monaten Haft verurteilt.

Feldkirch 2021 wurde der junge Mann schon einmal wegen Drogendelikten verurteilt. Und zwar zu 15 Monaten Haft, zwölf davon auf Bewährung. Doch obwohl er eigentlich eine Suchtgifttherapie machen sollte und Besserung versprach, wurde er zwei Monate danach schon wieder straffällig. Er vereinbarte mit einem Oberländer Kollegen einen Suchtgiftdeal. Als der Kollege noch nicht da, dessen Wohnung allerdings unversperrt war, ging der Schüler hinein, steckte ein Klappmesser und das vorgefundene Cannabisglas mit fünf Gramm Inhalt ein. Die Mutter des Kollegen war zur Überraschung des Jugendlichen in der Wohnung und stellte den Eindringling zur Rede. Der sprang in seiner Panik samt Beute über den Balkon aus dem zweiten Stock. „Ich war schockiert und sah nach, ob ihm was passiert war“, schildert die Zeugin beim Prozess am Landesgericht Feldkirch ihre Erinnerungen. Dass er sie damals in der Hitze des Gefechts geschubst und gegen den Türrahmen gestoßen hat, verzeiht sie ihm.

Noch lange nicht alles

Der Teenager hat allerdings noch mehr angestellt. In einem Verfahren, in dem zwei Bekannte von ihm wegen Einbruchsdiebstahls belangt wurden, wechselte er mehrmals die Seiten und be- und entlastete die Kollegen, wie es ihm gerade gefiel.

Auch das ist als falsche Beweisaussage und Begünstigung strafbar. Zu guter Letzt versuchte der junge Gesetzesbrecher noch, seine Freundin zu überreden, ihm ein falsches Alibi zu geben. Die Freundin wankte, sagte widersprüchliche Dinge aus und besann sich schlussendlich eines Besseren. Doch auch sie bekam dadurch Probleme mit der Staatsanwaltschaft. Staatsanwältin Konstanze Manhart berichtet, dass im Hintergrund noch ein weiteres Ermittlungsverfahren mit zahlreichen Straftaten während des vergangenen Sommers schwebt.

Positiv honoriert die Anklägerin allerdings die schulischen Bemühungen des Jugendlichen und die angebliche Absicht, eine Kfz-Mechanikerlehre anzustreben. Auch dass der Bub während der Schule am Wochenende in einer Imbisskette jobbte, sei löblich.

Rasch rückfällig

Der Schöffensenat verurteilt den Angeklagten zu zehn Monaten unbedingter Haft. Die Bewährungsstrafe wird nicht widerrufen. Der 15-Jährige hat Glück, sonst wären noch weitere zwölf Monate Gefängnis dazu gekommen. Erschwerend wirkte sich aus, dass der Schüler so kurz nach seiner ersten Verurteilung neue Straftaten beging. Das Urteil ist rechtskräftig. EC

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