Grundversorgung am seidenen Faden

Vorarlberg / 12.01.2022 • 19:12 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Blackout Bevölkerung für einen Versorgungsengpass nicht vorbereitet.

Blackout Bevölkerung für einen Versorgungsengpass nicht vorbereitet.

Blackout-Experte Herbert Saurugg sieht Anzeichen für kritische Versorungssituation und rät, Vorrat anzulegen.

Schwarzach Das Szenario ist real und hört sich bedrohlich an. Gleich mehrere Faktoren könnten die Grundversorgung der Bevölkerung gefährden. Neben einem flächendeckenden Stromausfall über einen längeren Zeitraum, einem sogenannten Blackout, sorgt sich Krisenexperte Herbert Saurugg auch zunehmend um die Virusvariante Omikron, die zu einem Zusammenbrechen der Versorgung im Land führen könnte. Das Infektionsgeschehen hat wie nie zuvor zugenommen, eine Coronawelle baut sich auf. Wenn sie Österreich überrollt, könnten durch den Ausfall von Lkw-Fahrern etwa Lebensmittel-Lieferketten unterbrochen werden. Engpässe bei der Grundversorgung mit wichtigen Gütern und Dienstleistungen sind für Saurugg eine ernst zu nehmende Befürchtung. Es brauche keine Panik, aber jeder Einzelne sollte die Grundversorgung sicherstellen, so der Experte in Vorarlberg LIVE.

Saurugg warnt seit geraumer Zeit vor einem Stromausfall mit Folgen. Die Anzeichen, dass es kritisch werden könnte, würden sich mehren. In Deutschland wurden zuletzt Atomkraftwerke abgeschaltet, eine große Anlage bereite zudem technische Probleme. Der Streit ums Gas mit Russland hat die eigenen Vorräte schrumpfen lassen. Die Lager sind nur noch zu gut 30 Prozent gefüllt. In einigen europäischen Ländern werde die Industrie bereits auf Flächenabschaltungen vorbereitet. Die Sorge um einen Blackout, alles nur Angstmache? „Es weiß niemand, wann es passieren wird und in welcher Ausprägung. Wenn es großflächig erfolgt, dann wird es entsprechende Auswirkungen haben. Wir als Gesellschaft sind darauf nicht vorbereitet“, so der Blackout-Experte weiter. Dabei wäre die Vorsorge für jeden machbar, würde rund 50 Euro pro Person kosten. Lebensmittel und Medikamente, um damit 14 Tage über die Runden zu kommen: Dieser Vorrat sollte in jedem Haushalt vorhanden sein. Reichlich Trinkwasser, Haltbarnahrung, Taschenlampen und einen Campingkocher zählt der Krisenexperte auf. Auch wenn die Stromversorgung nach einem Ausfall binnen weniger als 15 Stunden wieder funktionieren würde, könnte es Tage dauern, bis Tankstellen oder Lebensmittelgeschäfte wieder in Betrieb gehen können.

„Stehen unmittelbar davor“

„Ich befürchte, wir stehen unmittelbar davor“, beschreibt Herbert Saurugg die aktuelle Situation eines Versorgungsengpasses. Trotz der eindringlichen Warnungen rät er von Hamsterkäufen ab. Mit Vernunft und wohlüberlegt sollte jetzt vielmehr die Versorgung in den eigenen vier Wänden gewährleistet werden. VN-MIG

Blackout-Experte Herbert Saurugg zu Gast bei Vorarlberg Live.
Blackout-Experte Herbert Saurugg zu Gast bei Vorarlberg Live.

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