Schüler kündigen Aufstand gegen mündliche Matura an

Vorarlberg / 12.01.2022 • 18:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Anne Urbanek, Landesschulsprecherin der BMHS. Vorarlberg LIVE
Anne Urbanek, Landesschulsprecherin der BMHS. Vorarlberg LIVE

Weil Bildungsminister Polaschek wissen lässt, diese wieder ins Programm zu nehmen.

WIEN, BREGENZ Bildungsminister Martin Polaschek (56, ÖVP) hat seinen Plan für die diesjährige Matura präsentiert. Dieser unterscheidet sich zum letztjährigen unter seinem Vorgänger Heinz Fassmann vor allem in einem Punkt : Es wird wieder einen verpflichtenden mündlichen Teil der Reifeprüfung geben. Auch wenn die Anzahl der Themenbereiche deutlich eingeschränkt werden soll. Im Vorjahr waren mündliche Prüfungen noch optional.

Nur mit 3G zur Matura

Weitere Eckpunkte der Matura 2022: Die Arbeitszeit wird wieder um eine Stunde verlängert, die Einreich-Deadline der vorwissenschaftlichen Arbeit an den AHS ist am Ende der dritten Woche nach den Semesterferien, die Jahresnote wird wieder in die Matura-Abschlussnote einbezogen. Ab der vorletzten Unterrichtswoche der Maturaklasse soll zur Vorbereitung auf die Reifeprüfung Ergänzungsunterricht angeboten werden.

Pandemiespezifisch gilt: In den beiden Wochen vor der schriftlichen Prüfung gibt es im Ergänzungsunterricht eine Sicherheitsphase. Alle Kandidatinnen und Kandidaten müssen in dieser Zeit drei Coronatests, davon zwei PCR-Tests absolvieren. In der letzten Woche vor der mündlichen Matura kann die Schulleitung den Ergänzungsunterricht als Distance-Learning verordnen. Bei der Matura darf nur antreten, wer geimpft, genesen oder getestet ist. Wer sich trotzdem zum Termin infiziert, der darf einen Ersatzprüfungstermin in Anspruch nehmen.

Die beiden Landesschulsprecherinnen von AHS und BHS können mit den meisten der Maturaregeln leben, nur mit einer nicht: der verpflichtenden mündlichen Prüfung. „Im Sinne der psychischen und mentalen Gesundheit der Kandidatinnen und Kandidaten muss die mündliche Matura freiwillig bleiben“, fordert AHS-Landesschulsprecherin Lina Feurstein. „Die Schülerumfrage hat gezeigt, wie belastet viele Schülerinnen und Schüler durch die Coronaumstände sind. Da muss man auf die mündliche Prüfung verzichten. Wir haben in den letzten Jahren zu viel Stoff versäumt. Auch muss man die weiter bestehende Unsicherheit berücksichtigen. Vor Schulschließungen sind wir immer noch nicht sicher.“

Warnstreiks kommende Woche

Auch Kollegin Anne Urbanek, Vertreterin der BHS-SchülerInnen, kritisiert die geplante Durchführung der mündlichen Reifeprüfung heftig. „Wir sind der Jahrgang, dem man trotz zweier Jahre Corona wohl die geringsten Erleichterungen gewährt. Dabei sind gerade wir die am meisten Betroffenen“, meint die Schülerin der Wirtschaftsschulen Bezau. Urbanek verlangt zudem Stoffreduktionen auch bei der schriftlichen Reifeprüfung.

Als Mitglied der Aktion Kritischer SchülerInnen (AKS) kündigt sie für kommende Woche Warnstreiks wegen der geplanten mündlichen Matura an. VN-HK

Die mündliche Prüfung ist gewöhnlich Teil der Reifeprüfung. Corona hat alles verändert. VN/SYMBOL/SAMS
Die mündliche Prüfung ist gewöhnlich Teil der Reifeprüfung. Corona hat alles verändert. VN/SYMBOL/SAMS

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