„Die einzige Konstante ist der Wandel“

Vorarlberg / 13.01.2022 • 16:44 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Für den Tourismusdirektor von Lech Zürs, Hermann Fercher, ist die größte Herausforderung die Planungsunsicherheit.Sams
Für den Tourismusdirektor von Lech Zürs, Hermann Fercher, ist die größte Herausforderung die Planungsunsicherheit.Sams

Wie Tourismusdirektor Hermann Fercher die Coronamaßnahmen in Lech Zürs handhabt.

Lech Wie auch in anderen Tourismusgemeinden Österreichs stellt in Lech Zürs die Coronapandemie eine besondere Herausforderung dar. Hermann Fercher, Tourismusdirektor von Lech Zürs, sieht sich in der Verantwortung. Mit Ruhe und einer Portion Optimismus stellt er sich den Anforderungen.

Herr Fercher, sind Sie mit der aktuellen Buchungslage in Lech Zürs zufrieden?

FERCHER Die vergangenen drei bis vier Wochen waren wirtschaftlich gesehen ein voller Erfolg. Das ist aber vor allem auf einen enormen Einsatz jedes einzelnen Betriebes mit seinen Mitarbeitern und allen Familienmitgliedern zurückzuführen. Erfreulicherweise war die Auslastung trotz vieler Stornierungen sehr gut. Diese Woche wird das touristische Geschehen des Ortes durch die Rennwoche „Weißer Ring“ mit der „Remus Team Challenge in Zürs“ gestern und der klassischen Abfahrt mit rund 800 Teilnehmern am Samstag dominiert. Wenn nicht zu viele Systemerhalter auf einmal in Quarantäne gehen müssen und wir seitens der Regierung offenlassen dürfen, rechne ich mit einer guten Wintersaison im Verhältnis zu den Jahren 2018 und 2019. Im Dezembervergleich 2019 zu 2021 liegen wir bei meinen prognostizierten minus 30 Prozent bei den Nächtigungen. Bei den Getränke- und Speisenumsätzen dürften wir gleich, wenn nicht sogar besser liegen.

Mit den steigenden Inzidenzzahlen mussten schon einige Restaurants und Hotels schließen, siehe Warth. Werden noch weitere Schließungen folgen?

FERCHER So lange wir in dieser Pandemie stecken, werden Absonderungen und vorübergehende Schließungen zum Alltag gehören. Dem stellen wir ein gutes Krisenmanagement gegenüber, welches sich um Gäste, Mitarbeiter und Einheimische gleichermaßen kümmert. Dazu gehört auch eine gute Nachbarschaftshilfe und die Bereitstellung von Quarantänequartieren für Gäste.

Apropos Quarantäne: Wie wird diese in Lech Zürs gehandhabt?

FERCHER Hier halten wir uns an die Vorgaben der Landesverordnung. Ein Gast, Mitarbeiter oder Einheimischer muss sich nach Erhalt des Absonderungsbescheids umgehend in Quarantäne begeben. Gäste bleiben in diesem Fall idealerweise in ihrem Quartier und können dort die Quarantänezeit verbringen. Falls nicht, können sich die Gäste bei Irmgard Huber von Lech Zürs Tourismus melden und wir werden versuchen, die Gäste im Ort unterzubringen. Falls das nicht funktioniert, müssen wir auf andere Quartiere im Land oder in Tirol zurückgreifen. Die Gäste können sich nämlich auch einen gesicherten Transport nach Hause organisieren.

Wie sieht es mit den Testungen aus?

FERCHER Dank dem intensiven Einsatz meiner rechten Hand, Kristina Wallner, können wir auf eine professionelle Teststraße im Sportpark Lech und in Zürs zugreifen und tägliche Tests anbieten. Des Weiteren sind wir mit unseren Ärzten in Zürs und Lech sehr gut aufgestellt.

Das „Weiße Ring Rennen“ soll an diesem Wochenende stattfinden. Inwiefern kann die Sicherheit der Teilnehmer gewährleistet werden?

FERCHER Für die Veranstaltung „Weißer Ring Rennen“ wurde vom Event-Team des Lech Zürs Tourismus ein umfangreiches Sicherheitskonzept ausgearbeitet. Eine sorgfältige Umsetzung wird die bestmögliche Sicherheit für alle Teilnehmer garantieren. So wird vor allem auf Abstände, dem Tragen von Masken, der Einhaltung der 2G-Regel, aktuellen Tests und vielem mehr besondere Beachtung geschenkt. Auch verzichten wir dieses Jahr auf viele gesellschaftliche Ereignisse, wie beispielsweise der White Winners Night. Der Zieleinlauf wird ebenfalls in zwei Sektoren aufgeteilt, damit sich die Teilnehmer nicht im Ziel häufen. Zuschauer werden dieses Jahr ebenfalls nicht zugelassen sein.

Worin sehen Sie die strukturellen Stärken in Lech Zürs bei der Bewältigung der Pandemie?

FERCHER In Lech Zürs funktioniert die Kommunikation innerhalb der wichtigen Leistungsträger sehr gut. So können wir schnell und unkompliziert auf die raschen Veränderungen während der Pandemie reagieren. Es gibt außerdem einen großen Zusammenhalt im Ort.

Sie sind als Tourismusdirektor aktuell extrem gefordert. Was ist die größte Herausforderung?

FERCHER Die größte Herausforderung für mein Team und mich ist die Planungsunsicherheit. Jeder Tag kann eine neue Veränderung mit sich bringen. Die einzige Konstante ist der ständige Wandel. Ansonsten haben wir uns in den letzten Monaten auf die neuen Aufgaben, wie Testmanagement, Gäste-Quarantänemanagement, Impfkontrollen und so weiter gut eingestellt. Irgendwann dürfen wir dann wieder unseren ursprünglichen Aufgaben nachkommen. Das Motto des Lech Zürs Tourismus lautet ja: „to promote and to serve“ – und momentan machen wir halt mehr „serve“. BI

Zur person

Hermann Fercher

Geboren 8. Februar 1962

Wohnort Lech, Stubenbach

Familie verheiratet, zwei Töchter

Karriere Tourismusdirektor Kitzbühel und Kirchberg i.T., Marketing- und Kommunikationsleiter bei Swarovski Optik, Leiter Strategisches Marketing beim Stempelerzeuger TRODAT, Kommunikationsleiter bei Tyrolit

Hobbys Skifahren, Golfen, Kochen, Literatur

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.