“Nicht die beliebtesten Dienstzeiten”

Vorarlberg / 13.01.2022 • 21:06 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Qualität der Betreuung soll gewährleistet bleiben.
Qualität der Betreuung soll gewährleistet bleiben.

Schließung eines Wohnbereichs im Haus Götzis: Hausinterne Lösung für Bewohner gefunden.

götzis Die Ankündigung der Stilllegung eines Wohnbereichs im „Haus der Generationen“ in Götzis sorgte zur Wochenmitte für Schlagzeilen. In Vorarlberg LIVE hatte Geschäftsführer Achim Steinhauser aber zumindest eine gute Botschaft. „Die anderen Angebote sind von einer Schließung nicht betroffen, und wir haben für alle 15 Bewohnerinnen und Bewohner eine Lösung im Haus gefunden“ bestätigte er im Gespräch mit Marc Springer. Besagter Wohnbereich bleibt ab 1. Februar zu. Wie berichtet waren personelle Gründe ausschlaggebend für die Maßnahme. Zum einen steigt der Pflegebedarf aufgrund der demografischen Entwicklung, zum anderen steht eine Pensionierungswelle bei den Pflegekräften an. Gleichzeitig kommen zu wenig neue auf den Arbeitsmarkt.

Schon seit November gab es laut Achim Steinhauser den Plan, Betten nicht mehr zu belegen. Geschuldet war dies der angespannten Personalsituation in allen Wohnbereichen. „Es hätte jedoch wenig Sinn gemacht, in jedem Wohnbereich ein oder zwei Zimmer zu sperren“, erklärte Steinhauser. Deshalb sei man zu dem Entschluss gelangt, nur einen Wohnbereich zu schließen und das Personal auf die verbleibenden Wohnbereiche zu verteilen. Das soll helfen, sowohl die Arbeitssituation wie auch die Betreuungs- und Pflegesituation zu verbessern. Ab Februar wird zudem mit einem neuen Personalschlüssel gearbeitet.

Den 18 Bewohnern eines jeden Wohnbereichs werden 35 Stunden Pflege am Tag zuteil. „Am Vormittag sind vier Pflegekräfte da, am Nachmittag drei und zur Randzeit am Abend zwei“, konkretisierte Achim Steinhauser. Er ergänzt: „Der alte Personalschlüssel ist einfach zu wenig, um die Qualität aufrechtzuerhalten, die unsere älteren Menschen verdient haben.“ Hoch sind vor allem die psychischen Belastungen. Das, die Bezahlung und die Dienstzeiten sieht der Geschäftsführer als vorrangige Ursachen, dass es an Mitarbeitenden mangelt. „Wir haben nicht die beliebtesten Dienstzeiten“, räumt er ein. Was die Ausbildung betrifft, sieht er genug Auswahl, aber auch Änderungsbedarf bei der Ausbildungsstruktur.

Bei der Frage nach der Impfbereitschaft seiner Belegschaft gab sich Alwin Steinhauser kryptisch: „Bei mehr als 200 Mitarbeitenden ist das Portfolio genauso bunt wie in der übrigen Bevölkerung.“ VN-MM

„Die anderen Angebote in unserem Haus sind von einer Schließung nicht betroffen.“

<p class="factbox"><span class="intro">Personalmangel</span> Alwin Steinhauser zog in seinem Betrieb die Notbremse.</p>

Personalmangel Alwin Steinhauser zog in seinem Betrieb die Notbremse.

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