Testchaos an den Schulen

Vorarlberg / 13.01.2022 • 19:17 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Es wird getestet wie noch nie an unseren Schulen. Mit dem neuen Anbieter der Tests gibt es jedoch große Probleme. APA
Es wird getestet wie noch nie an unseren Schulen. Mit dem neuen Anbieter der Tests gibt es jedoch große Probleme. APA

Viel Ärger mit dem neuen Labor. Testqualität wird angezweifelt. Ministerium will klagen.

BREGENZ, WIEN Alles hatte sich gegen Ende des letzten Jahres gut eingespielt. Testkites wurden pünktlich an die Schulen geliefert, das Labor Novogenia in Salzburg wertete die in Vorarlberg durchgeführten PCR-Tests prompt aus, meldete die Ergebnisse komplett und mehr oder weniger zeitgerecht an die Schulen. Doch dann klagten andere Labors erfolgreich Mängel in der Vergabepraxis des Bundes ein. Eine neue Ausschreibung wurde gemacht, es kamen neue Anbieter zum Zug. Und die brachten neue Sorgen. Denn plötzlich klappte wieder wenig. Viele Schulen warteten nach der ersten PCR-Testrunde vergeblich auf die Ergebnisse. Und als die endlich kamen, wunderte man sich, dass fast alle negativ waren. Darüber hinaus wurden offensichtlich Testergebnisse an die falschen Schulen versandt bzw. Ergebnisse an Bildungsstätten geschickt, die den Test noch gar nicht gemacht hatten.

Klagen vorbereitet

„Technische Probleme“ nannte man bei der Bietergemeinschaft, dem Tauernklinikum, als Grund. Das Bildungsministerium reagierte ungewöhnlich scharf auf die Pannen. Die niedrige Zahl von positiven Fällen sei nicht nachvollziehbar. Man habe daher eine Qualitätsprüfung mittels Vergleichsmessung durch Experten in Auftrag gegeben. Und: Es würden in Abstimmung mit der Finanzprokuratur und mit Unterstützung der Bundesbeschaffungsgesellschaft (BBG) rechtliche Schritte eingeleitet.Die Leistungsanforderungen seien vonseiten der Bietergemeinschaft in der ersten Woche nicht erfüllt worden.

Ein Rundruf der VN an einigen Vorarlberger Schulen ergab, dass die Ergebnisse der am Mittwoch durchgeführten PCR-Tests wohl alle kurz vor neun Uhr einlangten, dass jedoch kein einziges positives Ergebnis zu Buche stand. Dies traf zum Beispiel in sämtlichen Lustenauer Schulen quer durch alle Schultypen hindurch zu. „Wir haben eine gemeinsame Plattform mit regelmäßigem Informationsaustausch. Am Donnerstag meldete keine einzige Schule einen positiven PCR-Test“, berichtet Christof Wund, Direktor der Volksschule Lustenau-Kirchdorf. An seiner Schule habe es an den Tagen zuvor aber auch nur vier positive Antigentests gegeben, so Wund weiter. Glücklich ist der Schulleiter mit dem neuen Anbieter dennoch nicht. „Alles, an das wir uns zuvor gewöhnt haben, ist anders geworden. Strichcode statt QR-Code, Strohhalm statt Röhrchen beim Gurgeln und anderes. Warum diese Umstellung weg vom Bewährten?“

„Weiße Fahnen“ überall

„Alles negativ.“ Diese Meldung konnte auch Klaus König, Direktor am BG Blumenstraße in Bregenz, in Bezug auf die Übermittlung der PCR-Ergebnisse absetzen. Er nehme das jetzt einfach einmal so zur Kenntnis.

Kollege Christian Höpperger, Direktor an der Mittelschule Hard-Mittelweiherburg, kann in Bezug auf negative PCR-Testergebnisse ebenfalls die weiße Fahne hissen. „Ich frage mich halt, wie das aufgrund der allgemeinen Infektionslage mit diesen Zahlen möglich ist“, bemerkt Höpperger, der allerdings auch keinen positiven Antigentest zu verzeichnen hatte.

Nichts anderes zu berichten hatte am Donnerstag auch Dieter Losert, Direktor der Mittelschule Klaus. „Ich habe aber auch sehr sensible und bedachte Eltern, die mit der Situation verantwortungsvoll umgehen“, erklärt sich Losert die makellose Bilanz. In der ersten Coronawelle hatte es die Mittelschule Klaus mit zahlreichen positiven Fällen besonders schlimm erwischt.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.