Achsanierung im Zeitplan, Bauarbeiten auf Zielgeraden

Vorarlberg / 14.01.2022 • 16:17 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der alte Achdamm im Vordergrund wird komplett abgetragen, der neue Damm entsteht rund 30 Meter landeinwärts.
Der alte Achdamm im Vordergrund wird komplett abgetragen, der neue Damm entsteht rund 30 Meter landeinwärts.

Erholungsraum an der Bregenzerach steht im Frühling wieder zur Verfügung.

HARD Die Sanierung am Unterlauf der Bregenzerach macht gute Fortschritte. Eigentlich sollte das Vorhaben allen Interessierten am 21. Jänner präsentiert werden. Die steigenden Infektionszahlen verhindern die Baustellenführung.

„Wir würden das bisher Erreichte gerne präsentieren, die aktuelle Entwicklung mit der Omikron-Variante lässt das aber leider nicht zu.“ Bernhard Fink, der Geschäftsführer des Wasserverbands Bregenzerach Unterlauf bedauert, dass die Möglichkeit zur Präsentation wieder verstreichen muss. „Es gibt erfreulich großes Interesse für das Vorhaben, das bisher völlig problemlos umgesetzt werden konnte.“ Er rechnet damit, dass die Grobarbeiten bis an Ostern Mitte April 2022 abgeschlossen sind und die Baumaschinen abrücken. „Dann steht der wegen der Bauarbeiten gesperrte Bereich wieder als Erholungsraum zur Verfügung.“

Ökologie wichtig

Mit dem Ende der Bauarbeiten beginnt auch die standortgerechte Renaturierung des Achufers sowie des Harder Auwalds. Derzeit verbessern die fünf Anrainergemeinden am Unterlauf der Bregenzerach gemeinsam mit Land und Bund den Hochwasserschutz. In dem auf mehrere Jahre angelegten Bauprojekt spielt die Ökologie eine zentrale Rolle, Fluss und Natur erhalten mehr Raum. Begleitend wurde bereits die Trinkwasserversorgung der Region über einen Notverbund gestärkt. Auch entstehen neue Möglichkeiten für die Naherholung: Die Ufer werden leichter begehbar gestaltet, die Naturlehrpfade erweitert und Aussichtsplattformen eingerichtet.

Auf der Bregenzer Seite wurde bekanntlich der bestehende Damm gefestigt, im aktuellen Bauabschnitt auf Harder Seite entsteht um 30 Meter landeinwärts versetzt ein neuer Damm. Somit erhält die Bregenzerach mehr Platz für das Abflussvolumen bei Hochwasser.

Material wieder verwendet

Bisher konnte bereits ein Großteil des alten Achdamms abgetragen werden, der neue Damm wird geschüttet und gesichert. Fink berichtet, dass bei den Arbeiten bislang keine Probleme aufgetreten sind. „Das Wetter im Herbst war ideal, der etwas erhöhte Wasserdurchfluss über den Jahreswechsel bereitete keine Schwierigkeiten.“ Zudem fand sich erfreulich viel gutes Material, das teilweise wieder verbaut werden konnte. Das gilt auch für die Flussbausteine.

Gitter zum Schutz vor Bibern

Der neue Achdamm wird gegen das Durchdringen von Wasser geschützt. Auf dem Dammkörper liegt zur Abdichtung eine Bentonitfolie, die mit einer Kiesschicht überdeckt wird. Darauf kommt eine Wurzelschutzfolie, damit die Bentonitmatte nicht durchlöchert werden kann. Inzwischen haben ja die Biber auch die Bregenzerach als Lebensraum zurück erobert. Die Flussbauer müssen verhindern, dass der neue Damm durch Biberbauten instabil wird. Deshalb bauen sie auch ein Biberschutzgitter ein. Insgesamt ist für diese Etappe der Achsanierung ein Betrag von rund 15 Millionen Euro veranschlagt. Davon trägt der Bund 85 Prozent, die Anrainergemeinden sind entsprechend ihrem Uferanteil beteiligt.

Hoffnung nicht aufgegeben

Bernhard Fink hofft, dass der Sanierungsfortschritt allen Interessierten doch noch präsentiert werden kann. Gemeindepolitikerinnen und -politiker aus Bregenz, Hard, Lauterach, Kennelbach und Wolfurt sowie Fachleute stehen dafür gerne zur Verfügung. „Das ist allerdings erst möglich, wenn die Corona-Lage solche Versammlungen wieder zulässt.“ AJK

Die Bauarbeiten sind im Zeitplan. Verschiedene Folien tragen dazu bei, den neuen Achdamm wasserdicht und stabil zu machen. <span class="copyright">AJK/4</span>
Die Bauarbeiten sind im Zeitplan. Verschiedene Folien tragen dazu bei, den neuen Achdamm wasserdicht und stabil zu machen. AJK/4
Das Naherholungsgebiet wird künftig deutlich aufgewertet.
Das Naherholungsgebiet wird künftig deutlich aufgewertet.

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