Bei zehn Milliarden Menschen ist Schluss

Vorarlberg / 14.01.2022 • 22:01 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Demograf Wolfgang Lutz forscht zur internationalen Bevölkerungsentwicklung.
Demograf Wolfgang Lutz forscht zur internationalen Bevölkerungsentwicklung.

Demograf Wolfgang Lutz prognostiziert Trendwende in der Bevölkerungsentwicklung. 

Schwarzach Lässt die Corona­krise die Weltbevölkerung schrumpfen? Oder führt sie gar zu einem Baby-Boom? Wie sich die Pandemie langfristig auf die weltweite Bevölkerungsdynamik auswirkt, ist derzeit noch nicht absehbar. „Das, was wir durch die Pandemie erleben, ist aus demografischer Sicht jedenfalls nichts Außergewöhnliches. Es gab die vergangenen 150 Jahre ständig Seuchen, Hungersnöte oder Kriege, die dazu geführt haben, dass die Sterberate steigt“, erklärt Demograf Wolfgang Lutz bei Vorarlberg LIVE. Studien zeigen zwar, dass die Lebenserwartung in Europa im Zuge der Pandemie um ein halbes Jahr gesunken sei, dies müsse allerdings im Kontext einer insgesamt stark zunehmenden Lebenserwartung gesehen werden, sagt der Experte. Derzeit leben knapp acht Milliarden Menschen auf der Erde. Insgesamt prognostiziert Lutz, dass die Weltbevölkerung im Laufe der 2070er-Jahre den Gipfel erreichen wird: „Vermutlich knapp unterhalb der Zehn-Milliarden-Grenze und dann wird sie zu sinken beginnen.“

Faktor Bildung

Zwar werden in Zukunft Kriege, Armut, Krankheiten und der Klimawandel Menschenleben kosten, doch der Hauptgrund für den Rückgang ist ein anderer: Die Geburtenrate nimmt weltweit ab. Entscheidender Faktor hierfür sei jener der Bildung, erklärt Lutz. „Wenn die ganze Welt am Ende dieses Jahrhunderts eine Geburtenrate von 1,5 Kinder pro Frau hat, dann wird die Weltbevölkerung auf drei bis vier Milliarden Menschen abnehmen.“  

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