Betagten Menschen über 50.000 Euro gestohlen

Vorarlberg / 14.01.2022 • 21:57 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Angeklagte mit ihrer Übersetzerin (r.) bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch. ECKERT
Die Angeklagte mit ihrer Übersetzerin (r.) bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch. ECKERT

46-jährige Rumänin zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.

Feldkirch Die 46-jährige Angeklagte hat bereits acht einschlägige Vorstrafen, die Einträge in ihrer Strafkarte sind recht international. Schlussendlich stellte sie sich am Ende einer fünfjährigen Diebstour selbst. Nach einer zweijährigen Haft, die sie in Belgien verbüßte, kommen nun noch zwei Jahre Gefängnis in Österreich dazu. Den Opfern, die sich als Geschädigte dem Verfahren am Landesgericht Feldkirch angeschlossen haben, wurden knapp 31.000 Euro zugesprochen. Viele andere verzichteten auf den Anschluss.

Zum einen sind es meist alte Menschen, zum anderen ist klar, dass die Frau kaum etwas zurückzahlen wird können, ein Zuspruch somit kaum das Papier wert ist, auf dem er geschrieben steht. Die Frau hat weder eine Ausbildung noch Vermögen. Etliche Opfer sind bereits verstorben.

Hinterhältige Vorgangsweise

Gemeinsam mit ihrem Ehemann, der zu knapp viereinhalb Jahren Haft verurteilt wurde, ging die Diebin regelmäßig auf Beutezug. Im Visier meist ältere Menschen, die ihre Taschen einen Moment unbeaufsichtigt ließen. Häufig in Einkaufszentren oder anderen Geschäften. Einen Moment den Einkaufswagen aus den Augen gelassen, schon fehlte die Geldtasche samt Karten und sonstigen Dokumenten. Da manche gerne den Code ihrer Bankomatkarten in der Geldtasche aufbewahren, war auch die Behebung und Bezahlung mit der Karte ein Kinderspiel. Die Rumänen behoben bis zum obersten Limit, dann entsorgten sie alles.

Nachdem der Ehemann seine Haft verbüßt hatte, verstarb er zwei Wochen nach der Entlassung. „Das hat meine Mandantin bewogen, sich nun zu stellen, um sich dann auch um ihren Sohn zu kümmern“, erläutert die Verteidigung die Hintergründe.

Lukrativer Coup

Ein besonders lukrativer Coup gelang dem Ehepaar in Liechtenstein. Dort stahlen sie einer Frau eine Kreditkarte und schädigten das Opfer um über 22.000 Schweizer Franken. Auch das verspricht die Rumänin zurückzahlen zu wollen. Doch auch diesbezüglich stehen die Chancen schlecht. Das Geständnis wirkt mildernd, wobei die Richterin anmerkt, dass aufgrund der Videoaufzeichnungen die Karten ohnedies auf dem Tisch lagen. Das Urteil ist rechtskräftig. Erschwerend waren die vielen Vorstrafen, der lange Tatzeitraum und die Vielzahl der Opfer.

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