Burg Hofen: Ein Zeuge des Rittertums in Lochau

Vorarlberg / 14.01.2022 • 16:16 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Torbau und eine turmartige Geschützbefestigung sind später gebaut worden und gut ersichtlich. <span class="copyright">MEC/2</span>
Der Torbau und eine turmartige Geschützbefestigung sind später gebaut worden und gut ersichtlich. MEC/2

Weit über 800 Jahre alt sind die Überreste der kleinen Burg, das älteste Kultur- und Baudenkmal Lochaus.

Lochau Fast könnte man sie übersehen: Ganz versteckt, auf etwa 590 Höhenmetern in der Parzelle Burgstall, kann man einzelne Mauerteile der Burg Alt-Hofen entdecken. Wanderer müssen genau hinsehen: Die Ruine liegt auf einer im Hang eines Berges liegenden Kuppe. An solchen Standorten wurden im Mittelalter häufig Burgen errichtet. Die Burgruine Alt-Hofen, oder auch Burg Hofen genannt, liegt nur einige Meter von der alten Eichenberger Straße entfernt. Nördlich befindet sich in etwa 50 Meter Entfernung der Hirschgrabenbach. Von Schloss Hofen ist die Ruine etwa 700 Meter Luftlinie entfernt, südwestlich liegt das Dorfzentrum von Lochau.

Minderer Adelssitz

Burg Hofen ist eine abgegangene Burg, was so viel wie „Burgstall“ bzw. kleine Burg oder einen minderen Adelssitz bedeutet. Es handelt sich dabei um eine eher kleine Burganlage mit Torbauten, Turm und ehemals sechseckigem Bergfried – also einen unbewohnten Hauptturm bzw. Wehrturm. Die meisten restlichen Gebäude sind im Laufe der Jahrhunderte abgetragen worden, abgerutscht oder abgegangen.

Raubrittertum

Vermutlich wurde die Burg im ersten Viertel des 13. Jahrhunderts errichtet. Sie wird 1281 erstmals urkundlich erwähnt. Umstritten ist, ob sie mit der historisch nicht gesicherten Anlage „Burg Lochen“ in Lochau identisch ist. Jedenfalls ist mit Konrad von Lochen 1186 ein gleichnamiges Dienstmannen- und Ministerialengeschlecht erwähnt.

In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts baute Werner von Raitenau einen neuen Geschützturm. 1452 wurden die Anlage und die nahe gelegene Ruggburg durch den schwäbischen Städtebund zerstört, als die Truppen gegen den Raubritter Hans von Rechberg vorgingen. 1456 fiel die Burg als österreichisches Lehen an Jos Mündelin. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts gelangte sie, bis 1579, an die Herren von Raitenau. Sie sind als Besitzer des „allt burgstall Lochen“ erwähnt. Die Burg war zu diesem Zeitpunkt aber wahrscheinlich bereits eine nicht mehr bewohnbare Ruine. Als Schloss Hofen gebaut wurde, nutzte man Alt- Hofen ab 1585 als Steinbruch. Immer wieder rutschten aber Erdmassen und Teile südlich und nördlich der Anlage ab. Reste der Ringmauer sind heute noch zu sehen. Sie sind die ältesten Teile der Burg.

1986, anlässlich des Jubiläums „800 Jahre Lochau“, wurden Burgteile baulich konserviert. Der Torbau und eine turmartige Geschützbefestigung sind später gebaut worden und besser ersichtlich.

Der Burghügel ist inzwischen wieder stark zugewachsen. Die Ruine ist gut erreichbar: Der Wanderweg beginnt an der Südseite von Schloss Hofen und ist dort ausgeschildert.
Der Burghügel ist inzwischen wieder stark zugewachsen. Die Ruine ist gut erreichbar: Der Wanderweg beginnt an der Südseite von Schloss Hofen und ist dort ausgeschildert.

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