Das Sozialwesen nachhaltig geprägt

Vorarlberg / 14.01.2022 • 17:18 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
OAR Walter Stefani: Großes Herz für Menschen in Sorge und Not.
OAR Walter Stefani: Großes Herz für Menschen in Sorge und Not.

Oberamtsrat i. R. Walter Stefani (85), Vorstandsvorsitzender der Stiftung Maria Ebene, verstorben.

BREGENZ Am 31. Dezember 2021, in der Früh des Silvestertages, ist Oberamtsrat Walter Stefani kurz vor Erreichen des 86. Lebensjahres ruhig im Kreis seiner Lieben zu Hause eingeschlafen. Er hat ein großes Stück Vorarlberger Sozialpolitik geschrieben, gelebt und umgesetzt.

Gemeinsam mit dem damaligen Landesrat Fredy Mayer, Hofrat Dr. Hermann Girardi und dem späteren Landtagspräsidenten Manfred Dörler hat er in der Sozial- und Behindertenpolitik Meilensteine gesetzt und die Soziallandschaft jahrzehntelang nachhaltig geprägt.

Hervorzuheben ist sein Einsatz dafür, dass für die behinderten Menschen Rechtsansprüche geschaffen wurden und sie nicht auf Almosen angewiesen sind. Gekämpft hat er auch für die Beachtung des Subsidiaritätsprinzips, welches er stets vorgelebt hat. All das wurde in der Vorarlberger Landesverfassung und den Sozialgesetzen verankert, wozu er einen wesentlichen Beitrag geleistet hat. Erwähnenswert ist auch die Einführung des Pflegezuschusses. Zusätzlich zu den großen landesweiten Projekten hat er sich um unzählige Einzelfälle gekümmert und für viele Menschen die Lebensgrundlagen verbessert. An der Gründung etlicher Sozialeinrichtungen war er federführend beteiligt. Stellvertretend zu nennen sind das Landeszentrum und die Schule für gehörlose Menschen, die er gemeinsam mit Toni-Russ-Preis-Trägerin Ferdinanda Mathis, sowie die Kathi-Lampert-Schule, die er mit Dr. Hildegard Lorenz und dem Werk der Frohbotschaft eingerichtet hat, aber auch der Arbeitskreis für Vorsorge- und Sozialmedizin, das Institut für Sozialdienste, die SMO-Neurologische Rehabilitation und das Schulheim Mäder waren ihm stets ein großes Anliegen. Sein besonderes Herz schlug immer für die Menschen mit Behinderung und deren Rechte, deren Integration und Inklusion.

So hatte er auch immer eine besondere Verbundenheit zur Lebenshilfe. Viele andere Projekte und Institutionen hat er im Sinne des Subsidiaritätsprinzips gefördert und beraten. Nicht von ungefähr wurde er im Ruhestand von Prim. Dr. Reinhard Haller gebeten, die Funktion des Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Maria Ebene zu übernehmen, die er 15 Jahre lang hoch professionell und mit großem persönlichem Einsatz ausübte. Der Verstorbene wurde am 26. Februar 1936 in Wolfurt geboren und verbrachte seine Kindheitsjahre in Kennelbach. Nach der Matura studierte er zwei Jahre an der Theologischen Fakultät in Innsbruck, bis er seine zukünftige Frau Edith, geb. Marent, kennen- und lieben lernte. Am 2. Juli 1960 heirateten die beiden. 1961 kam Evelyn und 1964 Elisabeth zur Welt. Stets war ihm die Familie und deren Wohl­ergehen das Wichtigste. Nach einem Abstecher in das Bezirksgericht Bregenz war er 41 Jahre lang dem Land Vorarlberg treu. Ein besonderer Schicksalsschlag für den Verstorbenen war der Tod seiner geliebten Frau Edith am 14. April 2018. Dennoch versuchte die Familie gemeinsam noch viele erfüllte Stunden zu genießen. Besondere Freude bereiteten ihm seine Enkelkinder Julian und Katharina, an deren Beruf, Studium und Leben er großen Anteil nahm und sie in allem hilfreich unterstützte. In den letzten Monaten wurde er schwächer und müde, konnte die von ihm sehr geschätzten Konzerte nicht mehr besuchen, bemühte sich aber stets, neben der täglichen Zeitungslektüre mit dem Rollator beweglich zu bleiben, seine Therapiestunden einzuhalten und erfreute sich an Ausfahrten ins Leiblachtal sowie den täglichen Besuchen seiner Kinder und Enkel und der liebevollen Betreuung seiner Pflegerinnen Anna und Marcela. Unverzichtbar waren für Walter Stefani auch seine täglichen Gebete und die Heilige Messe, aus denen er Kraft schöpfte und der Familie stets Optimismus und Zuversicht vermittelte.

„Er war ein großartiger Mensch mit außergewöhnlichen Fähigkeiten und wunderbaren Charaktereigenschaften und hat uns ein großes Stück Himmel gezeigt“, betonte seine Familie in ihren Trauerworten. Bischof Dr. Benno Elbs, Hauptzelebrant beim Begräbnis, hob ganz besonders sein großes Herz für Menschen in Sorge und Not, seine Bescheidenheit und Demut hervor.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.