Eine Schlinser Erfolgsstory

Vorarlberg / 14.01.2022 • 08:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Eine Schlinser Erfolgsstory
Die Belegschaft im Jahr 1972.

Der Gründer der Rala, Raimund Lampert, feiert heute seinen 90. Geburtstag.

Schlins Der Firmengründer und Seniorchef der Rala Hygiene GmbH in Schlins, Raimund Lampert, feiert heute seinen 90. Geburtstag. Immer werden die häufigen Besuche des Seniorchefs im Unternehmen gerne gesehen.

Die Rala Hygiene GesmbH ist ein ständig wachsendes Traditionsunternehmen. Neben innovativer Produktentwicklung im eigenen Labor unterscheidet sich die Rala durch eine eigene Produktion in Vorarlberg und ein professionelles Komplettsortiment an Produkten und Systemen für den gesamten Reinigungsbedarf in Gewerbe und Haushalt.

Rala-Gründer Raimund Lampert feiert heute seinen 90. Geburtstag.
Rala-Gründer Raimund Lampert feiert heute seinen 90. Geburtstag.

Raimund Lampert, damals 23-jährig, konnte 1955 seinen ersten Gewerbeschein zur Herstellung chemisch technischer Produkte erwerben und startete sofort die Produktion hochwertiger Bodenpflegeprodukte und Schuhcremen. Edle Hartwachse waren damals sehr gefragt, denn die weit verbreiteten Holzriemenböden wollten gepflegt und geschützt werden. Als erste Produktionsstätte diente eine von eigener Hand errichtete vier mal vier Meter große Holzhütte. Später verschob sich der Standort auf seinen heutigen Platz in der Eichengasse in Schlins.

Raimund Lampert hatte das Glück des Tüchtigen. Nach Abschluss der kaufmännischen Wirtschaftsschule in Feldkirch konnte er sich seine ersten beruflichen Erfahrungen in einem Meisterbetrieb für die Herstellung von Schuhcreme und Bodenpflegemittel in Rankweil aneignen. Hinzu kam ein wertvolles Jahr bei Kosmetik-Ikone Elisabeth Arden, damals ebenfalls in Rankweil. Beide Betriebsstätten waren wegweisend für Raimund Lampert.

Jetzt fehlten nur noch die finanziellen Mittel für den Schritt in die Selbständigkeit. 5000 Schilling waren es, die unter der strengen Auflage von zwei Bürgen aufgenommen werden konnten. Sie dienten ausschließlich dazu, Verpackungs- und Rohmaterial zu kaufen. Neben Bodenwachs und Schuhcreme wurden mehrere Jahre auch Grablichter hergestellt. Hauptabnehmer dafür war Spar, damals wie heute einer der größten Kunden. Die Rala entwickelte sich unterdessen immer weiter und mit dem Bezug des Einfamilienhauses 1963 wurde auch eine größere Produktionsstätte samt den erforderlichen Lagerräumlichkeiten im Keller geschaffen.

Das Bodenpflegesortiment wuchs mit den Anforderungen neuer Belagsarten. So war die Österreichische Post AG mit ihren Postämtern in ganz Österreich ein weiterer Großabnehmer von Bodenpflegemitteln für die damals immer mehr aufkommenden PVC- und Gummiböden. Mit dem ersten Produktionskessel gelang es Raimund Lampert, unter Mithilfe seiner Gattin Serafine und Tochter Sigrid, an den einzelnen Produktionstagen einen beachtlichen Output von 1000 Litern zu erzielen. Ausgeliefert wurde zu Beginn nur mit Fahrrad und Moped. Erst 1961 kam mit der Anschaffung eines gebrauchten VW Käfers in knalligem Rot das erste Kraftfahrzeug zum Einsatz. Als Einmannbetrieb war der Wochenplan von Raimund Lampert stets voll.

1972 wurde dann auf demselben Grundstück die erste große Lager- und Produktionshalle errichtet und vier Jahre später durch einen Zubau erweitert. Neben der eigenen Familie wurden die ersten Mitarbeiter für den Verkauf, später dann auch für die Produktion und das Büro eingestellt. Mit Schwiegersohn Egon bekam der Betrieb für viele Jahre einen zuverlässigen Produktionsleiter.

Als Sohn Ingo 1967 geboren wurde, hatte Tochter Sigrid gerade ihre Lehre als Bürokauffrau begonnen. Diesem Beispiel folgte vier Jahre später auch Sohn Erich, welcher 1978 bei einem tragischen Autounfall unverschuldet ums Leben kam. Auch Sohn Ingo, als Jüngster der Familie, begann 1983 im elterlichen Betrieb die Lehre als Bürokaufmann und entdeckte schon bald die vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten des Familienunternehmens. Nachdem er sich gründlichst durch sämtliche Abteilungen arbeitete, bestellte ihn sein Vater Raimund 1992 zum Geschäftsführer.

Das Unternehmen hat heute 50 Mitarbeiter. Absatzgebiete sind auch die angrenzende Schweiz, Liechtenstein, Deutschland und Tirol. EE

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