FFP2-Masken aus Lustenauer Produktion

Vorarlberg / 14.01.2022 • 16:18 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Alle zwei Stunden werden Blindziehungen aus einer Charge von Masken geprüft.
Alle zwei Stunden werden Blindziehungen aus einer Charge von Masken geprüft.

Grabher Group investierte 5,6 Millionen Euro in neue Anlage.

Lustenau Zu Beginn der Pandemie bündelte der Lustenauer Smart Textiler Günter Grabher die Ressourcen verschiedener Vorarlberger Unternehmen, sodass Schutzmasken gefertigt werden konnten. Seit Montag, den 10. Jänner, produziert die Grabher Group im neuen Betriebsgebäude im Millennium Park nun FFP2-Masken. Das Filtervlies dafür wird auf der neuen Meltblown-Anlage hergestellt. Investiert wurden 5,6 Millionen Euro.

„Die Anlage wurde für uns in Deutschland entwickelt und gebaut, sie ist die einzige ihrer Art in ganz Österreich“, berichtet Günter Grabher bei der Betriebsbesichtigung von Bürgermeister Kurt Fischer, Wirtschaftsgemeinderat Daniel Steinhofer und Raimund Zirker, dem Leiter der Wirtschaftsabteilung.

Zu Beginn der Pandemie fehlte in ganz Europa das Filter-Material zur Herstellung der FFP2-Masken. Mit der neuen Anlage kann Grabhers Start-up Vprotect nun die speziellen Vliese für die Maskenproduktion selbst produzieren. „Wir sind die Ersten in Österreich, die die Vliese selber herstellen, bislang mussten sie von überall her, meist aus Asien, importiert werden. Vprotect ist auch das einzige österreichische Unternehmen, welches sowohl
die Schutzmasken als auch die Filtermaterialien in Österreich produziert.“ Auch das Rohmaterial für die Vliese stammt aus Österreich und wird vom Kunststoffhersteller Borealis, einer OMV-Tochter, hergestellt. Bürgermeister Kurt Fischer ist begeistert: „Wir dürfen uns glücklich schätzen, innovative Unternehmerinnen und Unternehmer wie Günter Grabher hier in Lustenau ansässig zu haben.“

Dünner als ein Haar

Das filigrane Viren-Filtervlies besteht aus Fasern, die wesentlich dünner als das menschliche Haar sind. Mittels Plasmatechnologie wird es speziell behandelt, damit es für die Herstellung der FFP2-Masken verwendet werden kann. Die Masken sind hochwertig, aus hypoallergenem, nicht brennbarem, atmungsaktivem Material mit optimaler Filterleistung. „Die Herstellung des Filtermaterials und der Masken ist besonders prüfaufwendig, wir haben zahlreiche neue Mitarbeiter dafür angestellt.“ Alle zwei Stunden werden Blindziehungen aus einer Charge von Masken geprüft. Erst, wenn sicher ist, dass die Maske die nötige Filterleistung erbringt, geht die Charge in die Verpackung. Das spezielle Material der Filtervliese ist nicht nur in Pandemiezeiten gefragt, so Grabher: „Es bietet aufgrund seiner Eigenschaften auch im medizinischen Bereich in der Wasser- und Luftfiltration zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten.“

Die Grabher Group stellt aber nicht nur Masken und das Rohmaterial dafür her, sondern recycelt auch Masken: „Täglich landen in Österreich um die 3,8 Millionen Masken auf dem Müll. FFP2- und OP-MNS- Masken bestehen zu 97 Prozent aus dem hochwertigen Kunststoff Polypropylen“, so Grabher. „Wir stellen aus dem Rezyklat der Masken ein Superabsorber-Vlies her, welches kein Wasser aufnimmt, aber die Fähigkeit besitzt, Chemikalien und Öle in großen Mengen zu speichern. Dieses neue Material kommt im Gewässerschutz oder im Katastrophen-Fall zum Einsatz, kann aber auch als Reinigungstücher oder als Bau-Dämm-Material verwendet werden.“

Die Masken können über www.vprotect.at online gekauft werden. Masken mit speziellem Lustenau-Aufdruck, wird es in Kürze im Botta-Shop zu kaufen geben.

Die neue Meltblown-Anlage produziert das spezielle Filtervlies.
Die neue Meltblown-Anlage produziert das spezielle Filtervlies.

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