Heiße Diskussionen um Achtalweg

Vorarlberg / 14.01.2022 • 19:29 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ein Geh- und Radweg von Kennelbach und Doren durch das Achtal, der den Vorarlberger Standards entspricht, würde 42 Millionen Euro kosten.  VN/Paulitsch
Ein Geh- und Radweg von Kennelbach und Doren durch das Achtal, der den Vorarlberger Standards entspricht, würde 42 Millionen Euro kosten.  VN/Paulitsch

Landesrat Rauch sieht einen Interessenskonflikt, der nur bedingt lösbar ist.

Bregenz Die Idee, einen durchgängigen Radweg durch das Achtal zu errichten, schwirrt schon bald 40 Jahre durch die Köpfe der Vorarlberger. 1980 besiegelte ein gewaltiger Felssturz das Ende der Bregenzerwaldbahn. Drei Jahre später präsentierte ein Komitee die erste Radwegidee (siehe Chronologie). Der Abschnitt zwischen Andelsbuch und Egg wurde 1992 ausgebaut. 2013 folgt das Teilstück zwischen Lingenau und Doren. Lediglich zwischen Kennelbach und Doren ist bislang nichts passiert. Vom Tisch ist das Projekt deswegen aber nicht. Im Gegenteil. Nachdem im Vorjahr bekannt wurde, dass eine Studie am Laufen ist, die die Möglichkeit einer Radverbindung zwischen dem Rheintal und dem Bregenzerwald ausloten soll, hat die Diskussion wieder ordentlich an Fahrt aufgenommen. Mittlerweile steht fest: einen Geh- und Radweg von Kennelbach nach Doren durch das Achtal zu bauen, ist technisch und geologisch machbar. Mobilitäts- und Umweltlandesrat Johannes Rauch (62, Grüne) hat der Verbindung allerdings schon davor eine Absage erteilt. Derzeit läuft eine Alternativenprüfung. Laut einem aktuellen Informationsblatt des Land werden dabei Alternativen ab Bozenau in den Hangeinschnitten der Bregenzerachschlucht und von Egg über den Höhenrücken von Alberschwende ins Rheintal (entlang der L200) geprüft. Das Ergebnis soll im Herbst 2022 vorliegen. ÖVP-Klubobmann Roland Frühstück (63) plant ungeachtet dessen im Frühling eine Initiative zu starten, damit das Achtal zumindest für Wanderer gut begehbar bleibt.

Am Freitag meldete sich Rauch erneut zu Wort. Der Bau eines Radwegs durch die Achschlucht wäre laut ihm nicht nur eine große technische und finanzielle Herausforderung, das Projekt sähe sich auch mit einem schwierigen Verwaltungsverfahren konfrontiert. „Aus naturschutzfachlicher Sicht ist die Umsetzung eines Radweges im Bregenzerachtal zwischen Doren und Kennelbach abzulehnen. Aus Sicht des Radverkehrs wäre es eine attraktive Verbindung, die allerdings vorrangig Freizeit- und Tourismuszwecken dienen würde“, fasst der Landesrat zusammen und spricht von einem „klassischen Interessenskonflikt“, der nur bedingt lösbar sei. Das Land kümmere sich vorrangig um den Ausbau und Erhalt von Radwegen für den Alltagsverkehr. vn-ger

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