Warum kündigungsbereite Lehrer jetzt offensichtlich kalte Füße bekommen

Vorarlberg / 15.01.2022 • 04:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Warum kündigungsbereite Lehrer jetzt offensichtlich kalte Füße bekommen
Demo Bregenz, Demonstration Gengen Corona Massnahmen, demonstrieren Teilnehmer

Nur zwei Pädagogen haben seit Dezember den Dienst quittiert. Die Gründe dafür sind offiziell nicht bekannt.

Bregenz Es war am 1. Dezember des Vorjahres, als 90 aufgebrachte Personen unangekündigt die Räumlichkeiten der Bildungsdirektion betraten und einen Brief übergaben. Es handelte sich dabei um Pädagogen, die ihrem Unmut über die soeben angekündigte Einführung einer Impfpflicht Ausdruck verliehen. “Wir möchten sie darüber informieren, dass 150 Lehrpersonen und Schulleiter aus dem Pflichtschulbereich, und viele mehr, die sich bis jetzt noch nicht zu diesem Schritt entschlossen haben, mit 1. Februar 2022 ihren Dienst für das Land Vorarlberg kündigen werden bzw. sich kündigen lassen, wenn eine allgemeine Impfpflicht in Österreich in Kraft tritt. ” So lautete die einleitende Passage des Protestbriefes.

Corona der Grund?

Stand jetzt gingen laut Auskunft von Markus Juranek, Leiter der Päsidiale in der Bildungsdirektion Vorarlberg und als solcher für Personalangelegenheiten zuständig, seit Dezember lediglich zwei Kündigungen von Lehrern ein. “Wir wissen nicht, ob diese irgend etwas mit Corona zu tun haben”, gab Juranek gegenüber den VN bekannt.

“Seit Dezember sind zwei Kündigungen bei uns eingegangen. Ob sie mit Corona etwas zu tun haben, weiß ich nicht.

Markus Juranek, Personalchef Bildungsdirektion

Mehr oder weniger eindeutig haben sich die Unterzeichner des Briefes als Gegner einer Immunisierung durch eine Impfung geoutet, ist in dem Schreiben doch von einer “experimentellen Impfung” die Rede.

Erkundigungen

Gegenüber der Personalvertretung hatten einige Pädgagoginnen und Pädagogen Kündigungen in den Raum gestellt. Umgesetzt wurden sie nicht. “Es erkundigen sich bei mir immer wieder Kolleginnen und Kollegen, die wissen wollen, was sie im Falle einer Kündigung erwarten würde”, berichtet Pflichtschullehrervertreter Willi Witzemann. Sie würden sich unter anderem auch darüber informieren, welche Möglichkeiten einer Wiedereinstellung es gibt.

Witzemann beobachtet, “dass es nicht mehr so brodelt wie unmittelbar nach Ankündigung der Impfpflicht durch die Regierung.” Der Lehrervertreter führt diese Stimmung neben dem zeitlichen Abstand zur Ankündigung auch darauf zurück, dass es von diesem Vorhaben möglicherweise noch einen Rückzug gibt.

Dienstrecht nicht betroffen

Witzemann legt Wert auf die Feststellung, dass eine möglicherweise bevorstehende Impfpflicht nichts mit dem Dienstrecht im Bildungsbereich zu tun hat. “Das wäre eine gesetzliche Maßnahme, die alle Staatsbürger betrifft. So etwas kann man nicht den Bildungsverantwortlichen anlasten”, stellt Witzemann klar.

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