Das ist der neue Hubschrauber der Bergrettung

Vorarlberg / 16.01.2022 • 12:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Das ist der neue Hubschrauber der Bergrettung
Der neue Hubschrauber Gallus 1 der Bergrettung Vorarlberg ist im Einsatz. vn/paulitsch

Mit dem Gallus 1 ist seit Kurzem ein leistungsstärkerer
Hubschrauber der Vorarlberger Bergrettung in Betrieb.

ZÜRS Im vergangenen Dezember war es soweit: Der neue Gallus 1 wurde in Betrieb genommen. Seither startet und landet der Hubschrauber vom Typ H135T3 am Heliport Zürs. Der Stützpunkt wird durch die Bergrettung Vorarlberg bedarfsorientiert saisonal betrieben. So ist Gallus 1 von Anfang Dezember bis Ende April und von Ende Juni bis Anfang Oktober in Betrieb und entlastet in diesen Zeiten mit höherem Einsatzaufkommen den Ganzjahresstützpunkt in Nenzing, wo Christophorus 8 stationiert ist. In normalen Jahren, also solchen ohne Covid-Einschränkungen, kommen 400 bis 500 Einsätze zusammen. Im Jahr 2016 wurde der alte, in die Jahre gekommene Hangar abgerissen und am selben Ort eine neue Basis errichtet, die nunmehr zu den modernsten Stützpunkten im Alpenraum zählt.

Der Notarzt ist bestens ausgerüstet.
Der Notarzt ist bestens ausgerüstet.

Rundum mehr Leistung

Der neue Hubschraubertyp besticht äußerlich zwar noch durch das beinahe identische Erscheinungsbild, technisch wurde er aber mit rund 160 PS mehr Leistung, das ergibt insgesamt zwei Mal 667 PS, einem neuen Rotordesign, verbesserter Software und seitlichen Lufteinlässen aufgewertet. Leistungsstärkere Triebwerke verbessern die Flugeigenschaft bei Einsätzen in großer Höhe. Die Nutzlast des neuen Gallus 1 beträgt bis zu 260 Kilogramm mehr, zudem können nun Einsätze bei bis zu minus 45 Grad geflogen werden. Wucher investierte als Betreiber satte 3,6 Millionen Euro in das neue technische Wunderwerk.
Gallus 1 hebt nicht nur für Rettungsflüge und den Transport von Patienten ab, sondern auch für Katastropheneinsätze. „Wir haben bislang nur positive Erfahrungen mit dem neuen Gallus 1 gemacht. Alle Piloten sind sehr zufrieden“, erklärt Flugbetriebsleiter Stefan Ganahl.

Das moderne Cockpit erleichtert die Arbeit.
Das moderne Cockpit erleichtert die Arbeit.

Flugrettung als Teamarbeit

Markus Amann ist seit nunmehr 24 Jahren in der Flugrettung Vorarlberg tätig. Vor einigen Jahren hat er die Funktion des stellvertretenden Flugrettungsreferenten sowie die Aufgabe des leitenden Flugretters am Stützpunkt in Zürs übernommen: „Speziell in dieser Funktion freue ich mich besonders, dass die Firma Wucher letztes Jahr kräftig investiert und uns einen modernen und leistungsstarken Hubschrauber für unsere Arbeit zur Verfügung gestellt hat.“ Für die tägliche Arbeit bedeute das eine Erleichterung: „Flugrettung ist Teamarbeit. Unsere Crew besteht aus drei Personen, dem Piloten, dem Flugretter und dem Notarzt. Jedes Crewmitglied hat seine definierten Aufgaben. Der neue Hubschrauber erleichtert unsere tägliche Arbeit und macht sie noch sicherer. Bei unserem Stützpunkt handelt es sich aufgrund des Einsatzspektrums und der Lage auf rund 1700 Metern um einen alpinen Stützpunkt.“

Erschwerte Bedingungen

Die Einsätze finden oft im Hochgebirge statt. „Hier haben wir immer wieder mit widrigen Wetterverhältnissen zu kämpfen. Gerade in diesem Umfeld ist, neben einem gebirgserfahrenen Piloten, ein Fluggerät mit entsprechenden Leistungsreserven ein wesentlicher Faktor für unsere Sicherheit. Speziell bei Einsätzen, wo eine direkte Landung am Unfallort nicht möglich ist, werden Arzt und Flugretter am Tau hängend zum Patienten geflogen, und da bedeutet jedes zusätzliche PS in den Turbinen eine Sicherheitsreserve“, so Amann. Auch wenn die Zeit drängt und möglichst schnell viele Bergrettungskräfte an einen Einsatzort gebracht werden müssen, wie zum Beispiel bei einem Lawinenunglück, bewähre sich die neue Maschine bestens: „Abgesehen von den Leistungsreserven des Helikopters erleichtert auch das moderne Cockpit die Arbeit für den Flugretter und den Piloten.“

Markus Amann: "Der neue Hubschrauber erleichtert unsere tägliche Arbeit und macht sie noch sicherer."
Markus Amann: "Der neue Hubschrauber erleichtert unsere tägliche Arbeit und macht sie noch sicherer."

So werden zum Bespiel die Koordinaten des Einsatzortes von der Leitstelle direkt an das Navigationssystem übermittelt. Aufgrund der deutlich größeren Bedienerfreundlichkeit der Geräte können die Flugretter den Piloten noch besser bei seiner Arbeit unterstützen. So übernehmen sie die Kommunikation über Funk mit der Leitstelle oder den Einsatzkräften vor Ort und unterstützen bei der Navigation. Ist der Patient an Bord, verfügt der Flugrettungsarzt über moderne medizinische Geräte, die während des Transportes in ein geeignetes Krankenhaus eine optimale Patientenversorgung ermöglichen. BI