Denkmalgeschütztes Haus wird zu einem Bed & Breakfast umgebaut

Vorarlberg / 16.01.2022 • 10:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Denkmalgeschütztes Haus wird zu einem Bed & Breakfast umgebaut
Das neue Münster Hus am Kirchplatz von Schruns steht unter Denkmalschutz. Raiffeisenbank Bludenz-Montafon

Das „Chrestler Hus“ am Kirchplatz in Schruns wird derzeit von der Raiffeisenbank Bludenz-Montafon revitalisiert.

Schruns Nach langem Stillstand tut sich etwas beim denkmalgeschützten „Chrestler Hus“ am Kirchplatz in Schruns: Die Raiffeisenbank Bludenz-Montafon revitalisiert das im Herzen von Schruns liegende Objekt.

Seit mehr als 300 Jahren steht das sogenannte „Chrestler Hus“, auch als „Haus Ganahl“ bekannt, schon am Schrunser Kirchplatz. Mit Baujahr 1702 zählt es zu den ältesten erhaltenen Gebäuden der Gemeinde. Aus diesem Grund wurde das ehemalige Wohnhaus einer wohlhabenden Familie vor zehn Jahren unter Denkmalschutz gestellt. Aufgrund seines Zustands steht das historische Bauwerk jedoch seit einigen Jahren leer. Die direkt angrenzende Raiffeisenbank hat als Eigentümerin des Hauses in den vergangenen Jahren ein denkmalkonformes Konzept zur Revitalisierung erarbeitet. Seit letztem November bzw. Dezember wird das „Chrestler Hus“ zu einem Bed & Breakfast mit sechs Zimmern, 15 Betten und Lounge umgebaut.

So soll die Suite aussehen.
So soll die Suite aussehen.

Im selben Zuge wird in Abstimmung mit der Gemeinde Schruns der Vorplatz dem Kirchplatz angeglichen. Schon im Winter 2022/23 sollen die ersten Gäste im neuen „Münster Hus“ am Schrunser Kirchplatz begrüßt werden. Der Name „Münster Hus“ ist übrigens durch die Nachbarschaft zur gegenüberliegenden Pfarrkirche St. Jodok entstanden. Die 1865 errichtete Kirche wurde Ende 2019 aufgrund ihrer Größe, der Orgel und der früheren Klosterniederlassung zum ersten Münster Österreichs erhoben.

Umbau trotz Denkmalschutz

Das Projekt wurde bereits in seiner Startphase mit dem Bundesdenkmalamt abgestimmt. Dank einer positiven, konstanten und konkreten Zusammenarbeit konnte man den Erhalt der Bausubstanz mit den statischen, anlagetechnischen, brandschutztechnischen und bauphysikalischen Notwendigkeiten vereinen. So bleiben unter anderem die Eingangstür, Fenster, Holzbalkendecke, Dielen, Türzargen, Stube, Stuckdecken, Wandtapeten, das Kopfsteinpflaster im Untergeschoss, der Kachelofen, die Wandmalerei im Gang sowie der Dachstuhl unberührt.

Jedes Zimmer ist anders gestaltet.
Jedes Zimmer ist anders gestaltet.

„Allein die Tatsache, dass ein solch geschichtsträchtiges Gebäude wieder auf Vordermann gebracht wird, mit weitgehend traditionellen Materialen und Bauweisen restauriert wird, wieder genutzt und belebt wird, ist bereits ein starkes Zeichen der Nachhaltigkeit“, so die Raiffeisenbank Bludenz-Montafon in Absprache mit den Architekten. Weiters wird mit der Sanierung eine energetische Verbesserung erreicht. Die Beheizung erfolgt, wie auch die des Bankgebäudes, über das örtliche Fernwärmenetz. Am Bau arbeiten fast ausschließlich lokale bzw. regionale Firmen mit Ausnahme vereinzelter Restaurationsarbeiten, die an Firmen außerhalb der Region vergeben wurden.

Ein Doppelzimmer.
Ein Doppelzimmer.

Vom Doppelzimmer bis zur Suite

Ziel ist es, einen umliegenden Tourismusbetrieb für die Bewirtschaftung zu gewinnen. Die Betriebssuche sei bereits im Gange. Bei dem Umbau entstehen insgesamt sechs neue Zimmer, davon sind drei Doppelzimmer. Darüber hinaus wird es ein Dreibettzimmer, ein Vierbettzimmer und eine Suite geben, die sich im letzten Stock unter dem Dachstuhl mit eigenem Wohnraum, einer kleinen Küchenzeile und einem Balkon befindet. „Alle Zimmer sind sehr funktional durchdacht. Jedes Zimmer ist ein Unikat und hat eine eigene Geschichte zu erzählen. Erhaltenswerte Wandtapeten, Stuckdecken, Dielenböden und Türzargen sind nur einige dieser besonderen Merkmale, die sich quer durchs Haus ziehen und die mit Sorgfalt wieder zur Geltung gebracht werden. Der Grundgedanke war, mit haptischen Materialien wie Holz, Stoffen, Teppichen und dem gezielten Einsatz von warmen Erdtönen eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen“, erklärt die Raiffeisenbank Bludenz-Montafon. Der Gast solle diese Atmosphäre schon beim Betreten des „Münster Hus“ verspüren. Deshalb wurden auch der Empfang und die Stube ins Gesamtkonzept mit einbezogen und mit einer gezielten Beleuchtung und eigens entworfenen Maßmöbeln in Szene gesetzt.
Mit der Umsetzung wurde die Firma „Dreika AG“ und deren Architekten beauftragt, welche über viele Jahre erfolgreich im Bereich Revitalisierung historischer Immobilien tätig sind und in engem Austausch mit dem Bundesdenkmalamt stehen.