Mit Masterplan gegen den Pflegenotstand

Vorarlberg / 16.01.2022 • 17:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Haus der Generationen in Götzis hat das Personalproblem unlängst öffentlich gemacht. LR Katharina Wiesflecker weiß um die allgemeine Brisanz und stellt Verbesserungen in Aussicht. vn
Das Haus der Generationen in Götzis hat das Personalproblem unlängst öffentlich gemacht. LR Katharina Wiesflecker weiß um die allgemeine Brisanz und stellt Verbesserungen in Aussicht. vn

Bis 2030 müssen 680 Pflegekräfte ersetzt werden.

bregenz Die Personalprobleme in der Langzeitpflege sind bekannt. Laut Berechnungen müssen bis 2030 aufgrund von Pensionierungen oder Austritten über 680 Pflegekräfte ersetzt werden. Durch die demografische Entwicklung entsteht ein zusätzlicher Bedarf von etwa 780 Personen. Das hat die aktuelle Pflegepersonalbedarfsprognose ergeben. Sie verdeutlichte auch, dass es erhebliche Anstrengungen brauchen wird, um die Pflegeversorgung in Vorarlberg aufrechtzuerhalten.

„Wir sind uns der brisanten Situation bewusst und stellen uns dieser Herausforderung“, betonten Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker und Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher und verwiesen auf eine Reihe von Maßnahmen, die ergriffen werden, um dem Personalmangel in der Pflege zu begegnen. Das Land setzt dabei vor allem auf gute und dem Bedarf optimal angepasste Ausbildungen, die Umsetzung eines angepassten Grade&Skill-Mixes, also einer optimalen Mischung aus Berufsgruppen und Fähigkeiten, sowie die Steigerung der Attraktivität von Pflegeberufen.

Berufsbild Pflegefachassistenz

Gegenwärtig sind insbesondere Pflegeheime von einem Mangel an diplomierten Fachkräften betroffen, der aus Sozialbetreuungsberufen zum Teil kompensiert werden kann. Der landesweite Bedarf an Diplompflegekräften, Pflegefachassistenz, Pflegeassistenz und bei den Sozialbetreuungsberufen könne bei einer konsequenten Umsetzung des optimierten Grade&Skill-Mixes mit den bestehenden Ausbildungskapazitäten gedeckt werden. Dabei steht die Ausbildung und Etablierung des Berufsbildes der Pflegefachassistenz im Mittelpunkt, kündigte Rüscher an. Es gelte, die in der Prognose beschriebenen Entwicklungspotenziale in den Bereichen Personalanwerbung und Personalbindung sowie zur Effizienzsteigerung zu nützen.So sind laut Rüscher und Wiesflecker vermehrt Aktivitäten zu setzen, um den mit der jüngsten Gesetzesnovelle eingeführten Beruf der Pflegefachassistenz besser bekannt zu machen und mehr Menschen für diese Ausbildung zu motivieren.

Darüber hinaus ist es aber auch notwendig, einmal in der Pflege angestellte Personen im Beruf zu halten. Das erfordere Flexibilität und Kreativität in Sachen Arbeitsorganisation, Arbeitskultur und Führung. „Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen individuell angepasste Arbeitszeitmodelle, Dienstplansicherheit und die sorgfältige Einschulung von neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, damit diese nicht überfordert werden und das Unternehmen gleich wieder verlassen“, erklärte Katharina Wiesflecker. Ein Masterplan sei in Ausarbeitung.

Martina Rüscher verwies auf die in der Landessanitätsabteilung eingerichtete Steuerungsgruppe zur besseren Koordination der Ausbildungen, in der die Ausbildungseinrichtungen und die KHBG ebenso wie Pflegeheime und die Hauskrankenpflege vertreten sind. Außerdem können durch Zusammenführung der Krankenpflegeschulen zu einer einzigen mit drei Standorten Synergien genutzt werden. Außerdem wird eine zentrale Praktikumvergabestelle für die Auszubildenden aufgebaut. VN-MM

Mit Masterplan gegen den Pflegenotstand

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