Boostern schützt erfreulich gut

Vorarlberg / 18.01.2022 • 22:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Sterblichkeitsrate viel kleiner als bei doppelt, geschweige denn gar nicht Geimpften.

SCHWARZACH. Zur Schweiz häufen sich gute Corona-Nachrichten. Zuvor hatte die Virusvariante Omikron dem Land ja keine Welle, sondern eine Wand beschert. Die Zahl bestätigter Neuinfektionen stieg nicht, sie explodierte. Da und dort geht sie mittlerweile jedoch wieder zurück. Virginie Masserey vom Bundesamt für Gesundheit äußerte sich gestern zuversichtlich: Es sei möglich, dass man den Höchststand erreicht habe.

Noch mehr Gesprächsstoff löst die anerkannte Seite „Our World in Data“ mit einer Auswertung zu Sterbefällen aus: Verglichen mit ungeimpften Personen sei die Sterblichkeitsrate bei doppelt Geimpften in der Schweiz neun Mal kleiner und bei Geboosterten sogar 48 Mal kleiner. Siehe Grafik. Die Angaben beziehen sich auf die Woche bis zum 1. Jänner.

Das griff auch der deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) auf Twitter auf, um seine Landsleute zu mobilisieren: „Daten aus der Schweiz zeigen erneut: an Covid versterben kaum Geboosterte und sehr wenig Geimpfte. Es sind die Ungeimpften, die wir schützen müssen. Mir wäre lieber, wir schützen sie durch eine allgemeine Impfpflicht, als im Herbst wieder durch Beschränkungen für alle.“

Das eidgenössische Bundesamt für Gesundheit wertet auch die Hospitalisierungen nach Impfstatus aus. Gemessen an der Bevölkerung sind sie bei Geimpften deutlich niedriger als bei Ungeimpften, wobei sie bei dreifach Geimpften noch einmal niedriger sind als bei doppelt Geimpften. „Die Zahlen aus der Schweiz sprechen Bände“, meint der Gesundheitsexperte Armin Fidler. Für Österreich sind vergleichbare Auswertungen nicht möglich. VN-Anfragen im Gesundheitsministerium sowie bei „Gesundheit Österreich GmbH“ und AGES bestätigen, dass nötige Daten von niemandem zeitnah erfasst werden. Was bekannt ist, ist jedoch dies: Von den neun Intensivpatienten mit Corona, die gestern in Vorarlberg verzeichnet wurden, war kein einziger vollständig geimpft.

In der Schweiz sind mittlerweile 35 Prozent der Bevölkerung geboostert, in Vorarlberg handelt es sich fast schon um 45 Prozent. Das ist gut so, wie Armin Fidler betont: „Nach der dritten Impfung liegt der Schutz vor einem schweren Erkrankungsverlauf und auch einer Hospitalisierung bei 85 Prozent.“ Man sei zwar Besseres gewöhnt. Bei früheren Varianten habe es sich um einen fast vollständigen Schutz gehandelt.

„85 Prozent sind für eine Impfung aber noch immer viel“, so Fidler. Damit lässt sich vielleicht auch die Omikron-Welle besser bewältigen. Wobei: Anders als in der Schweiz ist der Höhepunkt hierzulande noch nicht in Sicht. JOH

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