Die Wälderhalle hat freie Bahn

Vorarlberg / 18.01.2022 • 19:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Rund wie ein Puck: Der Baustart für die Wälderhalle kann voraussichtlich im Frühsommer erfolgen. Rendering
Rund wie ein Puck: Der Baustart für die Wälderhalle kann voraussichtlich im Frühsommer erfolgen. Rendering

Gemeindevertretung für Umwidmung. Volksbefragung vom Tisch.

Andelsbuch Am 27. Jänner 2018, nach dem Vorarlberg-Derby gegen den EHC Lustenau, verkündete EC Bregenzerwald-Obmann Guntram Schedler, dass der Verein nun Eigentümer des Grundstücks in Andelsbuch ist. Am gestrigen Dienstag, fast genau vier Jahre später, standen sich die beiden Mannschaften erneut gegenüber, und die Wälder konnten erneut mit einer Erfolgsnachricht in Sachen Wälderhalle aufwarten.

17 zu 21

Die Andelsbucher Gemeindevertretung hat sich am Montagabend mit 17 von 21 Stimmen für die Umwidmung der Grundstücke am geplanten Standort Sporenegg ausgesprochen. Der Weg für das Projekt ist damit endgültig geebnet. „Damit können wir nach vielen Jahren der intensiven Vorarbeit endlich mit der Umsetzung beginnen“, freut sich Sprecher Hans Metzler, zumal kurz vor der Abstimmung eine geplante Volksbefragung für Unmut gesorgt hat.

Der Umwidmung sind jahrelange Diskussionen vorausgegangen. Allein in Andelsbuch ist die Wälderhalle seit rund sechs Jahren Thema. Der Antrag auf Volksabstimmung wurde Mitte Dezember im Zuge des Widmungsverfahrens von einer neunköpfigen Gruppe um Martin Franz eingebracht. Als Grund wird etwa der hohe Umwelt- und Ressourcenaufwand des Projekts genannt. Dem Team Wälderhalle und der Gemeinde stieß vor allem der Zeitpunkt der Initiative sauer auf. „Damit sollte ein zukunftsweisendes Projekt, das seit vielen Jahren bekannt und bereits auf breiter Ebene legitimiert war, in tatsächlich allerletzter Minute verhindert werden“, ärgert sich Metzler.

Die Volksabstimmung ist mit der Umwidmung vom Tisch. „Weil sich die Fragestellung erübrigt hat“, erläutert Martin Fetz. Der Antrag wurde am 5. Jänner von der Wahlbehörde genehmigt. Wie viele Unterstützungserklärungen seither eingesammelt wurden, wollte Fetz nicht sagen. „Wir waren aber auf einem sehr guten Weg und sind überzeugt, dass wir nächste Woche die 380 Unterschriften gehabt hätten“, meint er auf Anfrage. Die Kritik, dass der Antrag zu kurzfristig erfolgt ist, will der Sprecher der Initiative nicht gelten lassen. Der Klimanotstand sei vor zwei Jahren vom Vorarlberger Landtag beschlossen wurde. „Danach war es lange still um das Projekt. Im Herbst ist es plötzlich wieder aufs Tapet gekommen.“

Zukünftige Projekte

Die Initiatoren der Volksbefragung werfen der Gemeindevertretung vor, dass sie die direkte Demokratie missachten würde, weil die Abstimmung vor dem Ende der Volksbefragung erfolgt ist. Es sei daher für alle keine einfache Entscheidung gewesen, sagt Bürgermeister Bernhard Kleber. Es könne allerdings nicht sein, „dass die Gemeinde jahrelang ein Projekt plant und projektiert und dann in der letzten Sekunde jemand kommen und sagen kann: nein, wir machen zuerst eine Volksbefragung. Das war der Gemeindevertretung auch für zukünftige Projekte wichtig“, hält der Gemeindechef fest. Der Spatenstich für die Wälderhalle kann voraussichtlich im Frühsommer erfolgen. vn-ger

„Damit können wir endlich mit der Umsetzung beginnen.“

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