Kassierin von Kampfsportclub veruntreute 17.000 Euro

Vorarlberg / 18.01.2022 • 22:03 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Angeklagte wurde zu einer teilbedingten Geldstrafe von 1800 Euro verurteilt. ECKERT
Die Angeklagte wurde zu einer teilbedingten Geldstrafe von 1800 Euro verurteilt. ECKERT

Täterin hob über ein Jahr lang regelmäßig Geld von Vereinskonten ab, nun wurde sie verurteilt.

Feldkirch Beruflich arbeitet die 39-Jährige mit Kindern. In der Freizeit erklärte sie sich bereit, die finanziellen Angelegenheiten für einen Sportclub aus dem Raum Bregenz zu erledigen. Im Oktober 2020 war die Frau privat knapp bei Kasse, sie hatte einen Privatkonkurs laufen. Da kam der Zugriff auf das Girokonto des Vereins gelegen.

Aufgeflogen

Außer dem Obmann und ihr war niemand berechtigt, Sparbuch und Girokonto anzurühren, die Tätersuche würde sich also nicht allzu lange hinziehen, das war von vornherein klar. Dennoch zweigte die Frau über ein Jahr lang insgesamt 17.000 Euro für private Zwecke ab.

Irgendwann kam es dann allerdings zu der üblichen Kassaprüfung. Diese dauerte zweieinhalb Stunden. Die Frau gab an, sie habe das Sparbuch verloren. Der Obmann kontaktierte die Bank, daraufhin flog das Ausmaß der Malversationen auf. 16.000 Euro fehlten, dazu noch etliche Rechnungen für Kosmetika und Nahrungsergänzungsmittel, bezahlt vom Vereinskonto, also insgesamt 17.000 Euro. Vor Gericht bekannte sich die Angeklagte schuldig, bereits vor der Polizei hatte sie ihr Fehlverhalten eingeräumt. „Anfangs war ich finanziell in einer Zwangslage, weil ich ja diesen Konkurs laufen hatte, danach war es einfach nur dumm“, räumt die 39-Jährige auch als Angeklagte vor Gericht ein.

Richterin Sabrina Tagwercher verurteilt die Beschuldigte wegen Veruntreuung zu 900 Euro unbedingter Geldstrafe, nochmals 900 werden auf Bewährung ausgesprochen. Die bislang Unbescholtene akzeptiert den Schuldspruch, bittet allerdings um Ratenzahlung, die ihr gewährt wird.

Mildernde Umstände

Dem Verein werden 17.000 Euro zugesprochen, damit hat er 30 Jahre lang einen Exekutionstitel in der Hand und kann die Frau dazu bringen, die abgezweigte Summe über kurz oder lang zurückzuzahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Bei der Verurteilung wegen Veruntreuung reicht der Rahmen bei einer Schadenssumme von über 5000 Euro bis zu drei Jahren Haft. Mildernd wurden das Geständnis, die bisherige Unbescholtenheit und die finanzielle Notlage berücksichtigt.

Erschwerend hingegen, dass die Frau über ein Jahr auf Kosten des Vereins gelebt hat. EC

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