Land wird bei Testauswertung unabhängiger

Vorarlberg / 18.01.2022 • 16:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Land wird bei Testauswertung unabhängiger
Laborleiter Leopold Fröhlich an seinem neuen Arbeitsplatz. VN/Sams

Mobiles Testlabor in der Messe Dornbirn in Betrieb gegangen.

Dornbirn Angekündigt war es bereits für Dezember. Jetzt ist das mobile Labor angekommen. Dafür wurde ein Standort in Tirol aufgelassen und der umgebaute Sattelschlepper in die Messehalle 10 verfrachtet. „Seit dieser Woche verlässt kein PCR-Test mehr das Land“, berichtete Landesrat Christian Gantner nach der Regierungssitzung bei einer Pressekonferenz, die aus aktuellem Anlass am neuen Laborstandort ablief.  Dort können in einer Schicht täglich 10.000 Coronatests ausgewertet werden. Etwa 7000 waren es im Durchschnitt der vergangenen Tage. Mit dem Lab-Truck soll das lange Warten auf ein Testergebnis, wie es vergangene Woche zuhauf wegen IT-Problemen vorgekommen ist, der Vergangenheit angehören.

Auch an Reagenzien mangelt es inmitten der Pandemie nicht mehr.
Auch an Reagenzien mangelt es inmitten der Pandemie nicht mehr.

Mehr Unabhängigkeit

Landeshauptmann Markus Wallner bezeichnete das mobile Labor als einen großen Schritt nach vorne. „Treten Probleme auf, lassen sie sich vor Ort beheben, und wir müssen auf der Suche nach einer Lösung nicht mehr durch die halbe Republik telefonieren.“ Wallner und Gantner betonten die Wichtigkeit, gerade in einer Krise möglichst unabhängig zu sein. Ein Nadelöhr gibt es dennoch. Es fehlt an qualifiziertem Laborpersonal. Derzeit verfügt Standortleiter Leopold Fröhlich gerade einmal über 3,3 Vollzeitstellen, nötig wären aber mindestens sechs Vollzeitkräfte. Vorübergehend hilft das Umweltinstitut mit Mitarbeitern aus. Laborkoordinatorin Jennifer Blauensteiner: „Trotz schwieriger Personalsuche sind wir zuversichtlich, diesen Standort nachhaltig etablieren zu können.“

So sieht das Innenleben des zum Labor umgebauten Lastwagens aus.
So sieht das Innenleben des zum Labor umgebauten Lastwagens aus.

Nichtdestotrotz sollen die Auswertungen ab sofort wieder flüssiger vonstattengehen. Das von der ARGE für molekulare Diagnostik eingerichtete Labor übernimmt die Auswertung aller Screening-Tests der acht Landesteststraßen sowie der PCR-Gurgelselbsttests. Die behördlich angeordneten PRC-Tests bleiben zur Analyse bei der Pathologie in Feldkirch. Auch die Schultests laufen weiter über das Labor in Salzburg. Diese ebenfalls ins Land zu holen, steht noch nicht zur Diskussion.

Zugriff auf technische Abläufe

Die Vorteile einer lokalen Lösung liegen für Christian Gantner auf der Hand: „Die kürzeren Transportwege sparen Zeit, und wir erhalten einen besseren Zugriff auf die technischen Abläufe.“ Besonders bewährt habe sich das wohnortnahe und niederschwellige Angebot von PCR-Gurgelselbsttests. Die Testkits sind sowohl in den 53 Apotheken des Landes als auch in 119 Lebensmittelgeschäften von Spar und Sutterlüty kostenlos erhältlich. Auf der „Gurgelplattform“ haben sich bislang 81.161 Nutzer angemeldet. Seit dem Start Anfang November wurden 301.827 Proben analysiert. Gesamt stehen derzeit wöchentlich knapp 68.000 Testmöglichkeiten zur Verfügung.