Immer mehr Afghanen illegal auf Durchreise

Vorarlberg / 19.01.2022 • 22:02 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bahnhof Buchs: Aufgegriffene Migranten werden zum administrativen Verfahren ins Bearbeitungszentrum begleitet. KEYSTONE
Bahnhof Buchs: Aufgegriffene Migranten werden zum administrativen Verfahren ins Bearbeitungszentrum begleitet. KEYSTONE

So viele Migranten wie noch nie benutzen
Vorarlberg als Transitland in die Schweiz.

Feldkirch, St. Gallen Frankreich und Großbritannien sind die Länder, von denen sich vor allem die afghanischen Flüchtlinge die besten Lebensbedingungen versprechen. Nachdem die Grenzen im Osten überwunden worden sind, führt ihre illegale Reise durch Österreich und die Schweiz.

Im Bezirk Baden in Niederösterreich erhalten die meisten Flüchtlinge einen aufrechten, allerdings auf das Gebiet beschränkten Asylstatus. Doch das ist nicht ihr Wunsch. Sie wollen in das Transitland Schweiz. Doch wie kommt man dorthin? „Indem sie sich mit dem Sackgeld, das sie von der zuständigen Behörde in Österreich erhalten, ein Zugticket in die Schweiz kaufen. Und dann geht es am besten mit dem Nightjet nach Zürich weiter“, erklärte Florian Schneider, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen und mit der Materie bestens vertraut, den VN.

Vorläufige Endstationen

Wegen sporadischer Kontrollen der österreichischen Fremdenpolizei bedeutet der Bahnhof Feldkirch für manche von ihnen die vorläufige Endstation. Für viele andere, die durch das Kontrollnetz in Vorarlberg geschlüpft sind, der Bahnhof Buchs im Schweizerischen Hoheitsgebiet. Doch eben nur vorläufig. Denn wie in Vorarlberg können die aufgegriffenen Migranten auch in der Schweiz nur mit Verwaltungsstrafen geahndet werden. „Wir sind also nicht in der Lage, sie festzuhalten“, sagt Schneider. „Und das bedeutet, noch während der administrativen Verfahren im neu errichteten provisorischen Bearbeitungszentrum in Buchs machen sich viele von ihnen wieder aus dem Staub. In Vorarlberg etwa nehmen sie dann den nächsten Regionalzug und reisen wieder in die Schweiz ein“, ergänzt der Polizeisprecher der Kantonspolizei.

Migranten aus dem Maghreb

Das klingt nach einem Fass ohne Boden. Die auffallende Zunahme von illegal Einreisenden aus Österreich in die Schweiz erklärt Schneider zudem mit dem Umstand, dass auch Migranten aus dem Maghreb (Tunesien, Algerien, Marokko) dieses „Fenster“ entdeckt hätten.

Ein unbürokratisches Rückführungsabkommen zwischen der Schweiz und Österreich sei zwar in Ausarbeitung, doch noch ohne konkretes Ergebnis. Dennoch spricht Schneider von einer sehr guten Zusammenarbeit der Schweizerischen Grenzbehörde, der Kantonspolizei und der Vorarlberger Landespolizeidirektion. VN-GS

„Während der administrativen Verfahren im Bearbeitungszentrum in Buchs machen sich viele wieder aus dem Staub.“

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