Impfpflicht auch bei 24-Stunden-Betreuung

Vorarlberg / 19.01.2022 • 22:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die 24-Stunden-Betreuung ist ein Eckpfeiler in der Pflegelandschaft. vn/lerch
Die 24-Stunden-Betreuung ist ein Eckpfeiler in der Pflegelandschaft. vn/lerch

Verantwortliche Stellen setzen auf niederschwellige Informationsstruktur.

Dornbirn Zu Beginn der Pandemie waren es immer wieder kehrende Grenzschließungen, die einen Mangel an 24-Stunden-Betreuerinnen befürchten ließen. Jetzt ist es die Impfpflicht, die nach Maßnahmen verlangt. Der Gesetzesentwurf, der heute, Donnerstag, aller Voraussicht nach abgesegnet wird, schließt nämlich auch selbständige Personenbetreuungskräfte mit Nebenwohnsitz in Österreich ein. „Jetzt ist es wichtig, nicht nur zuzuschauen, wie sich die Situation entwickelt, sondern den Betreuerinnen entgegenzukommen“, sagt Waltraud Bilgeri, Geschäftsführerin des Betreuungspools. Über diesen werden aktuell 790 Betreuungssituationen abgewickelt. Das heißt, das Thema betrifft allein beim Betreuungspool rund 1500 Betreuerinnen. Dazu kommen noch jene Betreuungskräfte, die über Agenturen im Land sind.

„Wir sind daran, gemeinsam eine Struktur zu schaffen, in deren Rahmen sich 24-Stunden-Betreuerinnen kompetent informieren können“, bestätigt Susanne Birnbaumer, Sprecherin von Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker, auf VN-Nachfrage. Involviert in die Bemühungen ist auf politischer Seite auch Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher sowie die Wirtschaftskammer. „Die Betreuungskräfte brauchen eine direkte Zuwendung“, spricht Waltraud Bilgeri von einem persönlichen Herzensanliegen. Andererseits gebe die Impfpflicht auch Klarheit. Nun gilt es, die Vorgaben den 24-Stunden-Betreuerinnen bekanntzumachen. Aktuell verfügen etwa 60 Prozent der selbständigen Personenbetreuungskräfte in Vorarlberg über einen Impfschutz gegen das Coronavirus.

Sputnik wirft Fragen auf

Allerdings sind viele mit dem in Österreich nicht zugelassenen Sputnik immunisiert. „Hier muss geklärt werden, ob eine Anerkennung möglich ist“, heißt es aus dem Büro von Landesrätin Wiesflecker. Ebenso harrt die Frage, welche Auffrischung es braucht, einer Antwort. Um sprachliche Barrieren ausräumen, sollen muttersprachliche Ärzte oder Dolmetscher beigezogen werden. Es gehe um einen möglichst niederschwelligen Zugang zu Informationen.

Waltraud Bilgeri ist überzeugt, mit einer guten und direkten Ansprache noch ungeimpfte Betreuungskräfte erreichen zu können. An das, was passiert, wenn die Impfpflicht tatsächlich Lücken in die Betreuung reißt, möchte sie sich nicht einmal ausmalen. Selbständige Personenbetreuungskräfte decken immerhin 80 Prozent der ambulanten Betreuung ab. Das Land hat indes schon einen Plan B parat. Im Fall des Falles müssten die Mobilen Hilfsdienste mit Mehrstundenbegleitungen aushelfen. VN-MM

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