Datenstau blockiert das Freitesten

Vorarlberg / 20.01.2022 • 22:17 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bei Terminen für behördlich angeordnete PCR-Tests hakt es derzeit, wie Betroffene monieren, die nun länger in Quarantäne bleiben müssen.vn/stiplovsek
Bei Terminen für behördlich angeordnete PCR-Tests hakt es derzeit, wie Betroffene monieren, die nun länger in Quarantäne bleiben müssen.vn/stiplovsek

Dem Vernehmen nach fehlen noch die Einträge von 900 Personen.

Bregenz Das Testen wird von der Politik nach wie vor als Speerspitze im Kampf gegen die Pandemie hochgehalten. Angesichts der rasant steigenden Infektionszahlen gerät das System aber offenbar ins Wanken, zumindest was den administrativen Bereich anlangt. Wie mehrere Betroffene den VN berichteten, können sie sich nicht freitesten, weil die Eingabe und Übermittlung der Daten offenbar nur sehr zeitverzögert erfolgt. Dem Vernehmen nach gibt es einen Rückstau von 900 Daten. „Ich könnte mich zwar testen lassen, aber es würde mir nichts bringen, weil ich vom Infektionsteam keinen Termin bekomme, da ich nicht im System aufscheine“, erzählt ein Betroffener, der nun länger in Quarantäne verharren muss. Wie schon unlängst berichtet, heißt es bis zu vier Tage auf einen Termin für einen behördlich angeordneten PCR-Test warten. Anderen Beobachtungen zufolge treffen auch die Absonderungsbescheide häufig verspätet ein.

Das intensive Testen – in Vorarlberg werden täglich bis zu 7000 Coronatests ausgewertet – hat indes ganz allgemein zu Diskussionen über dessen Sinnhaftigkeit geführt. Primar Felix Offner, Leiter des Instituts für Pathologie am Landeskrankenhaus Feldkirch, sieht die Entwicklung im Zusammenhang mit der zwar sehr ansteckenden, aber im Verlauf milderen Omikron-Variante ebenfalls skeptisch: „Ich denke, dass wir derzeit zu viel testen, wenn wir die Gefährlichkeit der Krankheit betrachten. Wir haben ja alle mit einer Riesenwelle gerechnet, die auch da ist. Jetzt hat sich jedoch gezeigt, dass die Krankheit doch sehr harmlos ist“, sagte Offner in einem Interview mit Radio Vorarlberg.

Noch keine Antigentests vorrätig

Unterdessen haben die Wohnzimmer-Antigentests bekanntermaßen wieder eine Auferstehung gefeiert. Die Ankündigung, dass sie ab heute, Freitag, wieder gelten, hat offenbar bereits zu einer großen Nachfrage in den Apotheken geführt. Die müssen zumindest vorerst jedoch passen: „Noch sind keine kostenlosen Antigentests erhältlich“, ließ Apothekerkammer-Präsident Jürgen Rehak in einer Aussendung wissen. Die Gespräche mit dem Land würden laufen. Eine Entscheidung, ob und wann es zu einer neuerlichen Verteilung kommt, steht allerdings noch aus. Überdies sei die Apothekerkammer vom Comeback der Wohnzimmertests erst sehr kurzfristig informiert worden, moniert Rehak. VN-MM

„Die Entscheidung, ob und wann es zu einer Verteilung kommt, steht noch aus.“

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