Das ewige Leid mit den Tiertransporten

Vorarlberg / 21.01.2022 • 18:35 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die EU hat die Tiertransportregeln verschärft, entschied sich aber gegen Einschränkungen der Transportzeiten für Mastvieh. DPA
Die EU hat die Tiertransportregeln verschärft, entschied sich aber gegen Einschränkungen der Transportzeiten für Mastvieh. DPA

Fehlende Kapazitäten und schwache EU-Regeln.

Dornbirn 6000 Tiere wurden im Ende Dezember geschlossenen Schlachthof Dornbirn jährlich verarbeitet. Ersetzen soll ihn ein neu geschaffenes Metzgernetzwerk. „Wir können ab Montag auch für Spar schlachten, hier haben wir nun die Zertifikate“, bestätigt Markus Gstach vom gleichnamigen Rankweiler Schlachthof. Abseits des Supermarktriesen schlachte man seit Jahresbeginn im Rahmen der Schlachthofnachfolge. Die Kapazitäten müssen jedoch bei allen Partnern noch ausgebaut werden.

Entsprechend zeigt sich niemand über Gerüchte überrascht, dass nun wieder mehr Tiere nach Salzburg, in die Steiermark oder den angrenzenden deutschen Raum zur Schlachtung transportiert werden. „Ich bin überzeugt, dass wir im Endstatium mindestens die Kapazität des Schlachthofs Dornbirn haben werden“, ist Landesrat Christian Gantner (ÖVP) zuversichtlich. Derzeit sind drei Partner beteiligt, es gebe noch weitere Interessenten.

Von EU enttäuscht

„Man tut sich als Tierschützer schwer, einen Schlachthof zu fordern, aber er wäre besser als die Transporte“, betont Ann-Kathrin Freude vom Verein gegen Tierfabriken (VGT). Politik und Landwirtschaftskammer hätten die vergangenen Jahre zu wenig zur Schaffung von Alternativen genutzt. Doch auch das EU-Parlament enttäuschte am Donnerstag die hohen Erwartungen. Vorgesehen waren ein Transportverbot für hochträchtige Tiere und Kälber jünger als fünf Wochen. „Für noch von der Muttermilch abhängige Tiere über fünf Wochen hätte eine maximale Transportzeit von zwei Stunden für Linderung gesorgt“, betont Freude. Acht Stunden am Stück auf der Straße oder in der Luft, 24 Stunden am Stück auf See waren als Obergrenze vorgesehen.

Doch diese bereits vorgesehenen Regelungen scheiterten am Widerstand des konservativen Lagers, die Unterstützung unter den Sozialdemokraten und Liberalen fanden. Übrig blieben engmaschigere Kontrollen, ein Transportverbot von Kälbern jünger als vier Wochen, aber mit Ausnahmen sowie eine maximale Transportzeit für Schlachtvieh wie auch ein besserer Schutz von Kleinvieh. Der Markt ist groß: Allein 2019 wurden 1,6 Milliarden lebende Tiere innerhalb und aus der EU hinaus transportiert. VN-RAU

„Als Tierschützer tut man sich schwer, einen Schlachthof zu fordern.“

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