Den Ex-Freund bei der Anzeige verleumdet

Vorarlberg / 21.01.2022 • 22:16 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Angeklagte wurde wegen falscher Beweisaussage verurteilt. eckert
Die Angeklagte wurde wegen falscher Beweisaussage verurteilt. eckert

22-Jährige wegen Lügengeschichte zu 2400 Euro unbedingter Geldstrafe verurteilt.

feldkirch Einst waren die beiden ein Liebespaar, sie zogen gemeinsam in eine Mietwohnung im Raum Bregenz und teilten Freud und Leid. Doch dann ging die Beziehung in die Brüche, die junge Frau wollte ausziehen, doch das war aufgrund des Mietvertrages nicht so einfach. So mussten die beiden jungen Leute miteinander auskommen, obwohl sie sich längst nichts mehr zu sagen hatten.

Konflikte waren vorprogrammiert. Immer wieder wurde es laut, sie schrien sich gegenseitig an, der junge Mann hielt seiner Freundin den Mund zu, um ihr zumindest akustisch zu entkommen. Irgendwann hatte die Angestellte die Nase so voll, dass sie kurzerhand eine Lügengeschichte erfand. Dies brachte ihren Ex-Freund in eine ungute Situation. Er galt kurzfristig als mutmaßlicher Gewalttäter. Bei seinen elf Vorstrafen eine gefährliche Sache.

Übergriffe erfunden

Die junge Frau erzählte der Polizei bei ihrer Anzeige, der Ex-Gefährte habe sie mehrfach geohrfeigt und sie sogar mit den Fäusten geschlagen. Ein anderes Mal, so ihre Fantasiegeschichte, habe er sie so heftig misshandelt, dass sie eine Rippenprellung davongetragen habe. Bei einem weiteren Übergriff habe er sich auf sie gesetzt, ihr Mund und Nase zugehalten und an ihr gezerrt, dass sie Rückenschmerzen bekommen habe. Die gewalttätigen Attacken waren ebenso erfunden wie die daraus resultierende schwere Körperverletzung, das gibt die bislang Unbescholtene heute zu. Sie habe aus der Wohnung raus wollen, erzählt sie reumütig. Dass sie Tage nach ihrer Vernehmung die ganze Sache klarstellen und die Anzeige rückgängig machen wollte, nutzte ihr wenig. „Sie hätten es in der Befragung selbst noch richtigstellen müssen“, erklärt ihr die Richterin.

Teilbedingte Strafe

Verteidiger Christoph Dorner betont, dass ein heftiger Streit vorangegangen war. Der Ex-Freund habe die Bankomatkarte der Frau verlangt, deshalb sei die Auseinandersetzung eskaliert. Zunächst, so Dorner, habe seine Mandantin einer Freundin von angeblichen Schlägen erzählt. Die habe ihr dann zur Anzeige geraten, so Dorner.

Die Angestellte wird wegen falscher Beweisaussage und Verleumdung zu 2400 Euro Geldstrafe und vier Monaten bedingter Haft verurteilt. Dazu kommen 200 Euro Verfahrenskosten. EC

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