„Die Impfpflicht lässt sich nicht wegdemonstrieren“

Vorarlberg / 21.01.2022 • 22:42 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Anreizsystem Bei zögerlichen Personen könnte das noch helfen.

Anreizsystem Bei zögerlichen Personen könnte das noch helfen.

Scharfe Kritik an Blockade von Gesundheitseinrichtung.

schwarzach „Die Impfpflicht kommt, die wird sich auch nicht weg demonstrieren lassen“, stellte Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher bei Vorarlberg LIVE klar. Protest, meinte sie im Gespräch mit VN-Chefredakteur Gerold Riedmann, sei in Ordnung, er solle sich aber auf die Kanäle reduzieren, wo niemand in seiner Arbeit behindert wird, vor allem nicht das Gesundheitspersonal. „Solche Aktionen sind abzulehnen“, spielte Rüscher auf Ankündigungen an, die 1450 durch Anrufe zu blockieren. Gleichzeitig gab sie der Hoffnung Ausdruck, dass auch diese Personengruppe vielleicht irgendwann den Schutz der Gemeinschaft über ihre Vorbehalte stellt. 

Aktuell liegt die Impfquote bei knapp 70 Prozent. Allerdings haben sich erst 181.000 der 273.000 zweifach geimpften Personen den dritten Stich geholt. Martina Rüscher relativierte: „Nicht bei allen ist die Frist für die Auffrischung bereits abgelaufen.“ Einigermaßen rasch sollten sich jedoch rund 30.000 Personen die Boosterung holen, denn bei ihnen springt ansonsten mit 1. Februar der grüne Pass auf Rot. Die von der Bundesregierung angekündigte Impflotterie könnte nach Meinung von Rüscher am ehesten jene zur Impfung motivieren, die noch zögerlich sind. Bestehen Ängste gegenüber der Coronaschutzimpfung, brauche es Gespräche und Aufklärung. An der Test- und Informationsstrategie will das Land so lange es geht festhalten. Bleibe der milde Verlauf bestehen, könnte laut Rüscher eine Einstellung der Absonderungen überlegt werden. „Bei Grippe sondern wir ja auch niemanden ab“, erklärte sie. VN-MM

Bleibt es beim milden Verlauf, könnte man sich das mit Absonderungen überlegen. Bei Grippe sondern wir auch niemanden ab.

Martina Rüscher hofft, dass die Zahl der Kundgebungen bald sinkt. vn/serra
Martina Rüscher hofft, dass die Zahl der Kundgebungen bald sinkt. vn/serra

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