Häusle-Villa wieder mit Leben füllen

Vorarlberg / 21.01.2022 • 16:37 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das denkmalgeschützte Gebäude wird saniert und einer neuen Nutzung zugeführt. <span class="copyright">Marktgemeinde</span>
Das denkmalgeschützte Gebäude wird saniert und einer neuen Nutzung zugeführt. Marktgemeinde

Denkmalgeschütztes Kleinod soll zur kulturellen Drehscheibe der Gemeinde werden.

Rankweil Wie soll die denkmalgeschützte Häusle-Villa zukünftig genutzt werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Marktgemeinde Rankweil, u.a. mit einer Machbarkeitstudie und Workshops, an welchen sich auch Bürgerinnen und Bürger beteiligten, seit geraumer Zeit. Nun stehen die Pläne und die Häusle-Villa soll vor allem ein Ort der Kultur und Bildung werden.

Kurz nach dem Erwerb durch die Marktgemeinde wurde die Häusle-Villa im März 2020 ein Raub der Flammen. <span class="copyright">Mathis</span>
Kurz nach dem Erwerb durch die Marktgemeinde wurde die Häusle-Villa im März 2020 ein Raub der Flammen. Mathis

Von der Trauung bis zum Archiv

So soll im Erdgeschoss eine Anlaufstelle für die Bereiche Jugend, Kultur sowie Sport und Vereine entstehen, welche zusätzlich den multifunktionalen Veranstaltungsraum in der angrenzenden alten Schiffle-Stickerei betreuen und bespielen wird. Zudem wird es ein Büro für das Archiv der Marktgemeinde Rankweil geben. Im ersten Obergeschoss entstehen ein Trauungsraum mit Besprechungszimmer und Büro. Außerdem wird ein Raum der dem Haus entstammenden Schriftstellerin Elisabeth Wäger-Häusle (1942-2019) als Andenken gewidmet. Die Nutzung des Dachgeschosses soll möglichst offen bleiben. Möglich wäre hier aber beispielsweise die temporäre Unterbringung von „Artists in Residence“, welche ihre Werke anschließend in Rankweil ausstellen, wie die Marktgemeinde mitteilt. Neben der Villa selbst wurde auch der angrenzende Außenraum beim Sigmund-Nachbauer-Denkmals in die Planungen mit einbezogen. Die Häusle-Villa bildet mit der Schiffle-Stickerei und der angrenzenden öffentlichen Grünfläche ein Ensemble, das auch als solches weiter seine Wirkung entfalten soll.

Herausforderne Arbeiten

Derzeit laufen bereits die Vergaben an die Fachplaner. Laut begleitendem Architekt Wolfgang Ritsch eine besondere Herausforderung: „Es geht vor allem darum, die richtigen Planer und Handwerker für ein solches Projekt zu finden. Von der Dimension her ist es kein großes Vorhaben, aber von der Gestaltung und von den Vorgaben des Bundesdenkmalamts her dafür umso herausfordernder. Wir werden innen wie außen versuchen, den alten Stil originalgetreu zu rekonstruieren.“ Einige Gegenstände wie zwei Biedermeier-Sekretäre, Stühle sowie eine wertvolle Uhrensammlung aus der Jahrhundertwende um 1900 konnten trotz des Großbrandes im Frühling 2020 gerettet werden. „Diese werden wir in das sanierte Gebäude integrieren, vorwiegend im Elisabeth Wäger-Häusle Raum“, wie Ritsch erklärt.

Um das Gebäude bis zur Sanierung zu schützen, wurde es nach dem Brand mit einem rund 750 Quadratmeter großen, bedruckten Netzgewebe umhüllt. <span class="copyright">VN/TK</span>
Um das Gebäude bis zur Sanierung zu schützen, wurde es nach dem Brand mit einem rund 750 Quadratmeter großen, bedruckten Netzgewebe umhüllt. VN/TK

Erst im Jahr 2019 hatte die Marktgemeinde die Häusle-Villa erworben. Kurz darauf brannte sie teilweise aus, nur die wesentlichen Bauteile der Villa konnten gerettet werden. Rund zwei Jahre dauerte nun die Prüfung der baulichen Möglichkeiten, welche in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt durchgeführt wurde. „Die Prüfung und Bewertung der Brandruine war sehr aufwendig. Die meisten Stellen waren aufgrund der Einsturzgefahr nur über einen mobilen Kran zugänglich. Oder anders gesagt: Die Häusle-Villa vereint auf kleinstem Raum alle baulichen Herausforderungen der Welt. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir daraus wieder das Schmuckstück machen können, das es einmal war“, ergänzt Ritsch. Laut Bauleiterin Carmen Chromy ist ein Termin für den Baustart aktuell noch offen, die Fertigstellung ist für Anfang 2024 geplant.

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