Auf diesen Bürgermeister fahren die Vorarlbergerinnen ab

Vorarlberg / 22.01.2022 • 12:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bürgermeister Jörg Agthe ist ein vielbeschäftigter Mann. Für die Frauensuche bleibt da kaum Zeit. <span class="copyright">dpa</span>
Bürgermeister Jörg Agthe ist ein vielbeschäftigter Mann. Für die Frauensuche bleibt da kaum Zeit. dpa

Die Feuerwehr sucht dringend eine “First Lady” für Sigmarszell.

Sigmarszell „Bauer sucht Frau“ kennt fast jeder, aber „Bürgermeister sucht Frau“? Letzteres läuft zugegebenermaßen nicht im Fernsehen, die Frauen fahren aber deswegen nicht minder darauf ab. Auch mehrere Vorarlbergerinnen haben bereits Interesse an dem Kandidaten bekundet.

Lebenstraum

Schauplatz des Kuppelversuchs ist Sigmarszell, in der Hauptrolle Jörg Agthe. Der 40-Jährige ist seit 2014 Bürgermeister der Allgäuer Gemeinde und seit 2013 Single. Gegen eine Frau an seiner Seite hätte er nichts einzuwenden. Im Gegenteil. „Eine Familie wäre schon ein Lebenstraum“, räumte der Gemeindechef vor einigen Monaten in einem Interview ein. Auch von den Dorfbewohnern bekam er immer wieder zu hören, wann eigentlich einmal mit einer First Lady zu rechnen sei. Das Problem: Für die Suche fehlt Aghte schlichtweg die Zeit. Sein Arbeitstag beginnt meist gegen 6 Uhr in der Früh und dauert nicht selten bis 22 Uhr. Einfach so ergeben hat es sich mit einer Frau leider auch nicht. Ein klarer Fall für die Freiwillige Feuerwehr. In der Nacht auf den 1. Mai stellten einige junge Florianijünger einen zehn Meter hohen Maibaum vor dem Rathaus auf. Auf das rote Herz schrieben sie „Bürgermeister sucht Frau“, daneben die Telefonnummer der Verwaltung.

Vor ein paar Monaten rückte die Feuerwehr im Namen von Amor aus. <span class="copyright">dpa</span>
Vor ein paar Monaten rückte die Feuerwehr im Namen von Amor aus. dpa

Vorarlberger Bewerberinnen

Seither kann sich Jörg Aghte vor Zuschriften kaum retten. Mehrere Hundert Frauen haben sich in den vergangenen Monaten bei ihm gemeldet. Wie viele genau es sind, ist nicht bekannt. Bei 280 habe er aufgehört, zu zählen, erzählt er. Anfangs kam die Liebespost aus der Region, irgendwann wurde es immer internationaler. Auch Frauen jenseits der Leiblach fanden offenbar Gefallen an dem schlanken Deutschen mit den rot-blonden Haaren. „Insgesamt waren 29 Frauen aus Österreich dabei, davon 14 aus Vorarlberg“, berichtet Jörg Aghte den VN.

Um den Überblick nicht zu verlieren, hat er alle Briefe feinsäuberlich in einem Ordner abgelegt. Möglicherweise ist sogar die Richtige dabei. Sie wird sich nur noch etwas gedulden müssen. Die Arbeit. Der Rathauschef in der 3000-Einwohnergemeinde hat sich trotz allem fest vorgenommen, jeder Bewerberin zurückschreiben: „Jede verdient Antwort“, unterstreicht er. Die Frage ist nur, wann er die Zeit findet, seine private Korrespondenz zu erledigen. Das E-Mail an die VN verschickte er um 23.44 Uhr. Ein Mann für die schnelle Nummer ist Jörg Aghte aber ohnehin nicht. Er ist auf der Suche nach einer ersthaften Beziehung. Was eine Sigmarszeller „First Lady“ mitbringen sollte? „Das Allerwichtigste ist, dass sie ein gutes Herz hat – und Ehrlichkeit“, betont der 40-Jährige. Seelische Schönheit sei ihm dabei wichtiger als äußere Attraktivität.