Kühler und doch viel wärmer: So entwickelte sich das Klima in Vorarlberg

Vorarlberg / 23.01.2022 • 15:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Kühler und doch viel wärmer: So entwickelte sich das Klima in Vorarlberg
2021 kam es auch in Vorarlberg zu Hochwasser, wie hier an der Dornbirnerach. VN/Serra

Auch 2021 stand im Zeichen des Klimawandels, wie ein Blick in die Vergangenheit zeigt.

SCHWARZACH 2021 geht nicht als wärmstes Jahr in die Geschichte ein. In Vorarlberg lag die Durchschnittstemperatur nicht einmal über dem Niveau der Jahre 1991 bis 2020, sondern darunter, und zwar um 0,3 Grad, wie Alexander Orlik von der „Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik“ (ZAMG) berichtet.

Kühler und doch viel wärmer: So entwickelte sich das Klima in Vorarlberg

Man könnte also glauben, der Klimawandel habe eine Pause eingelegt. Das ist jedoch falsch. Seit Aufzeichnungsbeginn im 19. Jahrhundert gab es laut Orlik bis 1992 kein einziges Jahr im Land, in dem es wärmer war als 2021. Das zeigt, wie sich die Verhältnisse verändert haben: „Wir liegen heute beispielsweise um zwei Grad über den 1940er, 1950er Jahren. Einmal etwas mehr, einmal etwas weniger.“

Alexander Orlik.<span class="copyright"> Lusser</span>
Alexander Orlik. Lusser

Große Schwankungen

Durchschnittswerte dürfen auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es extreme Schwankungen gibt: Ausschlaggebend dafür, dass die Temperatur 2021 leicht unter dem gelegen ist, was heutzutage als normal gilt, waren einerseits die extrem niedrigen Werte im April, im Mai und im August. Hier war es in Vorarlberg um bis zu 2,4 Grad kühler als in der Periode 1991 bis 2020. Auf der anderen Seite gab es die „Gegenpole“ (Orlik) Februar, Juni und September, in denen es um bis zu 2,3 Prozent wärmer war als im Vergleichszeitraum. Auch übers gesamte Jahr betrachtet sind die Abweichungen nicht überall im Land gleich groß gewesen. In Bregenz hatte es 1991 bis 2020 durchschnittlich 10,2 Grad. Im vergangenen Jahr waren es mit 9,8 um 0,4 Grad weniger. In Warth war es ebenfalls um 0,4 Grad kühler, statt 4,7 hatte es dort aber nur 4,3 Grad. In Feldkirch gab es dagegen keine Abweichung. Wie in der jüngeren Vergangenheit hatte es dort 9,8 Grad.

Über Niveau lag 2021 die Niederschlagsmenge in den meisten Teilen des Landes. In Bregenz kamen laut ZAMG-Erfassungen von Anfang Jänner bis Ende Dezember ganze 1921 Liter pro Quadratmeter zusammen. Das waren um ein Viertel mehr als durchschnittlich in den 30 Jahren davor. In Alberschwende handelte es sich mit 2172 Litern um 15 Prozent mehr, in Dornbirn mit 1700 um immerhin 13 Prozent mehr. Schröcken dagegen blieb mit 2179 Litern genau auf dem gewohnten Niveau, Schoppernau mit 1899 um zwei Prozent darunter.

Niederschlagsreichste Region

„Vorarlberg hat durch den Bodensee eine sehr große Wassermasse, die kleinräumige Niederschlagsverhältnisse sehr stark beeinflussen kann“, analysiert Orlik. Das hat sich in seiner Umgebung wieder einmal bemerkbar gemacht. Der Bregenzerwald sei wiederum grundsätzlich eine der niederschlagsreichsten Regionen Österreichs, so Orlik. Dort ist auch im vergangenen Jahr sehr viel zusammengekommen.