Von acht Monaten bis 95 Jahren

Vorarlberg / 24.01.2022 • 21:44 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Verena Linder berichtete auch von einem Patienten um die 30, der an Long Covid leidet.

Verena Linder berichtete auch von einem Patienten um die 30, der an Long Covid leidet.

Ärztin Verena Linder über ihre Erfahrungen mit dem Virus und seinen Folgen.

Schwarzach Verena Linder betreut in ihrer Praxis in Frastanz die gesamte Palette an Coronapatienten. Der jüngste Patient war acht Monate, die älteste Patienten 95 Jahre. Die alte Dame habe die Infektion nicht überlebt. „Sie war nicht geimpft“, berichtete die Allgemeinmedizinerin am Montag in der Sondersendung von Vorarlberg LIVE. Die 95-Jährige ist kein Einzelfall. Lindner hat immer wieder mit Patienten zu tun, sie sich nicht impfen lassen wollen. Oft sei es nicht nachvollziehbar, wo sich die Menschen über die Impfung informieren. „Ich finde es sehr tragisch, das man nicht auf die Wissenschaft vertraut“, hält Linder fest. Vom Impfnachmittag am Montag zeigte sich die praktische Ärztin indes wieder „positiv überrascht“. „Es waren auch Erstimpfungen dabei“, berichtet sie im Gespräch mit VN-Chefredakteur Gerold Riedmann. „Davor hatte ich das Gefühl, dass es eher wieder mühsamer wird, die Menschen dort abzuholen, wo sie sind.“

Die Symptome in der vierte Welle seien nur deshalb milder, weil knapp 70 Prozent der Vorarlberger geimpft sind. „Wenn meine Risikopatienten nicht geimpft wären, dann wären sie alle im Krankenhaus“, ist die Medizinerin aus Frastanz überzeugt.

Was der Unterschied zwischen der zweiten und dritten Impfung ist? Der zweite Stich schütze ihrer Erfahrung nach sehr gut vor Long Covid, die Patienten seien allerdings länger im Bett mit Symptomen wie Fieber oder Atemnot. „Nach dem dritten Stich passiert das so gut wie nie. Außer die Patienten sind schwer krank“, ergänzt Verena Linder. Ob man sich auch impfen lassen soll, wenn man Cortison einnimmt, wollte eine Zuhörerin wissen. „Auf jeden Fall“, unterstreicht die Ärztin.

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