Was Dornbirns Jugendliche bald erwartet

Vorarlberg / 24.01.2022 • 16:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Victor, 18, mag seine Arbeit bei Job Ahoi.ERH (2)
Victor, 18, mag seine Arbeit bei Job Ahoi.ERH (2)

Die Offene Jugendarbeit plant voller Zuversicht ein Jahresprogramm.

Dornbirn Auf bessere Zeiten warten oder gar resignieren – das ist keine Option für Dornbirns Jugendliche. Darin sind sich auch die Verantwortlichen der Offenen Jugendarbeit Dornbirn (OJAD), allen voran Geschäftsführer Martin Hagen, einig. OJAD-Mitarbeiterin Martina Nachbaur hat sich umgehört, wie es jungen Menschen nach zwei Jahren Pandemie geht. Das Ergebnis ist ernüchternd, denn nicht wenige fühlten sich zuweilen in den eigenen vier Wänden eingesperrt und von der Gesellschaft der Altersgleichen entkoppelt. „Social Media kann den direkten persönlichen Kontakt mit Freundinnen und Freunden nicht ersetzen“, ist Martina Nachbaur überzeugt.

„Ich versuche zwar, mit Optimismus dagegen zu steuern, es funktioniert aber nur so halb“, berichtet Victor, 18 Jahre, über die zunehmend schlechter werdende Atmosphäre im Kreis der Familie und Freunde. „Dass man nicht wirklich raus kann oder wegfahren, fehlt total“, spricht er vielen aus der Seele. Florian arbeitet in der Job Ahoi Bootswerkstatt und auf der kleinen Farm der OJAD. Er erzählt, dass er mittlerweile genesen ist. Die Isolation für zwei Wochen in seinem Zimmer empfand er als sehr einsam. „Ich mag nicht mehr zu Hause rumhängen“, erzählt der 17-Jährige. Er ist froh über die Testmöglichkeit in der OJAD und die Arbeit hier gibt ihm eine Tagesstruktur. Für ihn sind die Maßnahmen der Politik zwar nachvollziehbar, er ärgert sich aber über die Spaltung der Gesellschaft. „Das zieht mich echt runter, ich find es traurig, wie Menschen sich aufhetzen lassen“, bedauert er Streitereien in seinem Umfeld.

Mit Zuversicht Neues angehen

„Nachholbedarf besteht eindeutig bei Freizeitaktivitäten“, weiß Nachbaur. Sie gibt Einblicke in das, was nun in der OJAD geplant ist. Ein runder Geburtstag – 30 Jahre OJAD – soll voraussichtlich im Sommer gebührend gefeiert werden. Und das Jubiläum 20 Jahre Jugendtreff Arena am Rundfunkplatz wird in diesem Jahr mit einem tollen Programm nachgeholt. Die Planungen und Vorbereitungen laufen auch für diese Themen: Im Mädchen*treff wird es im Frühjahr um die Welt der Mode gehen. Fashionlabels und Wegwerfmentalität werden dabei unter die Lupe genommen, Fotografisch wird die Selbstdarstellung beleuchtet. Die Bewegung „Body Positivity“ (positive Einstellung zum eigenen Aussehen) setzt sich für die Abschaffung unrealistischer und diskriminierender Schönheitsideale ein.

In der Arena wird es Kochsessions geben. Regionale Lebensmittel und die bewusste Ernährung stehen im Mittelpunkt. „Internationale Einflüsse und exotische Gewürze werden dabei nicht fehlen“, verspricht Jugendarbeiterin Yasemin Polat.

Spaß, sobald es Corona erlaubt

Mit Tischfußball- und Billardturnieren, Kinoabenden und Clubbings soll es möglichst bald weitergehen. Das Kulturcafé Schlachthaus bietet jungen Bands aus Vorarlberg die Möglichkeit, trotz Corona Bühnenerfahrung zu sammeln und live aufzutreten. Das Konzert wird via YouTube direkt in die Wohnzimmer ihrer Fans gestreamt. Eine professionelle Aufnahme ihres Konzerts gibt es obendrauf. Und – fast schon ein wenig euphorisch – wird in der OJAD über die Parksessions im Sommer, diverse HipHop Events oder Ausflüge in Vorarlbergs Berg- und Seenlandschaften nachgedacht.

Aktuelle Infos sind auf www.ojad.at abrufbar. ERH

Auch Kochen soll auf dem Programm in der Arena stehen.
Auch Kochen soll auf dem Programm in der Arena stehen.

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