Experte in der Suchtarbeit

Vorarlberg / 25.01.2022 • 17:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bernd Scherzer war stets bestrebt, sich weiterzubilden.
Bernd Scherzer war stets bestrebt, sich weiterzubilden.

Der Pflegedirektor der Stiftung Maria Ebene, Bernd Scherzer, verstarb.

SULZ Am 5. Jänner starb Bernd Christian Scherzer, MSc, im Alter von 56 Jahren an einer unheilbaren Krankheit. Er war zuletzt Pflegedirektor der Stiftung Maria Ebene. Diese Funktion hatte er seit 1. Juli 2019 inne. Zuvor war er dort stellvertretender Pflegedienstleiter. Insgesamt war er seit 1992 in der Stiftung beschäftigt. Mit ihm konnte 2019 die Pflegedienstleitung erfolgreich intern nachbesetzt werden.

„Bernd Scherzer ist ein Experte in der Suchtarbeit und ein großer Befürworter der für die Therapie von Abhängigkeitserkrankungen so wichtigen interdisziplinären Kommunikation.“ Das sagte bei Bernd Scherzers Dienstantritt als neuer Pflegedirektor der damalige Primar der Stiftung Maria Ebene, Privatdozent Dr. Michael Willis. Und weiter: „Bernd Scherzer überzeugt durch seine Flexibilität, seine große soziale Kompetenz und versteht es, durch seinen langjährigen Einblick in die Strukturen der Stiftung die Arbeitsabläufe zum Wohle der Patienten zu optimieren.“ Scherzer hatte damals bereits ein klares Ziel für sein neues Aufgabengebiet und erklärte: „Wir müssen weiterhin eine respektvolle und wertschätzende Zusammenarbeit mit allen am Behandlungsprozess beteiligten Berufsgruppen fördern und damit die hohe Qualität in der Betreuung zum Wohle unserer Patientinnen und Patienten sichern bzw. weiterentwickeln.“

Durch eine Reihe von Ausbildungen brachte er die für seine neue Tätigkeit erforderlichen Kennnisse mit. Im Jahr 2004 absolvierte er den Universitätslehrgang Politische Bildung, 2017 eine Sonderausbildung in Führungsaufgaben und 2018 wurde er zum Master of Science (MSc) in Healthcare Management graduiert.

Bernd Scherzer wurde am 18. August 1965 in Bludenz geboren. 1968 beschlossen seine Eltern, in ihrer Heimat Kärnten mit dem Bau eines Hauses zu beginnen. Diese Pläne wurden jedoch durch den Tod von Bernds Vater, der 1974 an einer Krebserkrankung starb, verhindert. Für Bernd begann nun eine Zeit voller Entbehrungen und Unsicherheiten. 1978 heiratete seine Mutter noch einmal und in Altenstadt baute die Familie ein neues Haus. In dieser Zeit kristallisierten sich einige von Bernd Scherzers zahlreichen Leidenschaften heraus, wie die für Kaffeehausbesuche, für Zeitungen und für Bücher, für Schach und Backgammonspiele sowie Gespräche mit unkonventionellen Menschen. 1989 entschloss er sich zur Ausbildung zum psychiatrischen Krankenpfleger. Im Oktober 1992 begann er in der Stiftung Maria Ebene als Krankenpfleger zu arbeiten. Dies war die Zeit, in der viele kollegiale Arbeitsbeziehungen angebahnt wurden und auch besonders vertrauensvolle und tiefe Freundschaften entstanden. Große Herausforderungen an sich als verantwortungsvoller Mitarbeiter prägten die kommenden Jahre. Dabei verlor Bernd Scherzer nie den Sinn für Humor, den Blick für das große Ganze und die Aufmerksamkeit für die kleinen, aber wesentlichen Dinge. EE

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