Omikron erfasst Schulen und Kindergärten

Vorarlberg / 25.01.2022 • 21:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In den Kindergärten sind die Pädagoginnen auf die Testbereitschaft der Eltern angewiesen.dpa
In den Kindergärten sind die Pädagoginnen auf die Testbereitschaft der Eltern angewiesen.dpa

Dramatischer Anstieg der Infektionen. Viele Klassen und Gruppen geschlossen.

Lustenau, Bregenz An der Volksschule Lustenau-Rotkreuz herrschte am Dienstagvormittag Aufregung. Omikron hatte die Bildungsstätte in den Schwitzkasten genommen. „Eine dritte Klasse müssen wir jetzt vorübergehend schließen und ins Distance Learning schicken“, gab Direktor Robin Würtinger (39) bekannt. Von den 19 Schülern haben sich dort sechs mit dem Virus angesteckt, drei wurden von ihren Eltern erst gar nicht mehr in die „Seuchenklasse“ geschickt. Auch die Lehrerin hat es mit Symptomen erwischt. „Von den Kindern ist meines Wissens keines krank. Und das ist doch das Wichtigste, oder?“, lässt sich der Direktor trotzdem nicht die Stimmung völlig vermiesen.

Infektionen melden auch die übrigen elf Klassen. Allerdings nur vereinzelt. Keine dieser Gruppen musste vorübergehend aufgelöst und ins Distance Learning geschickt werden. Jeden Tag muss sich Würtinger so wie alle seine Direktorskolleginnen und -kollegen im Land neuen Situationen am Standort stellen. Dazu kommen ständig wechselnde Verhaltensregeln entweder aus Wien oder von der Bildungsdirektion im Land, die sich freilich auch auf immer neue Herausforderungen einstellen müssen. „Es ist oft nicht so einfach zu entscheiden: Was mache ich jetzt eigenständig an der Schule, wo frage ich doch besser einmal nach“, erklärt Würtinger.

Hohe Zahlen

In Vorarlberg werden am Mittwoch 120 Schulklassen im Distance Learning sein, weil zwei oder mehrere PCR-bestätige Fälle von SchülerInnen innerhalb von drei Tagen aufgetreten sind. Diese verteilen sich auf 54 Volksschulen, 23 Mittelschulen, 17 AHS, eine Polytechnische Schule, eine Landesberufsschule und 24 BMHS. Vorige Woche befanden sich 61 Klassen im Distance Learning, also genau die Hälfte.

Welle auch bei den Kleinsten

Auch in den Kindergärten und Kinderbetreuungseinrichtungen hat Corona zahlreiche Opfer gefunden. 321 positiv bestätigte Fälle (Kinder und BetreuerInnen) wurden am Dienstag bestätigt. Fünf Gruppen in vier Kinderbetreuungseinrichtungen befinden sich in Absonderung, 34 Gruppen sind es in 23 Kindergärten.

In Vorarlberg gibt es insgesamt 462 elementarpädagogische Einrichtungen mit 16.713 Kindern und 3497 Pädagoginnen bzw. Betreuerinnen.

Das große Problem in diesen Einrichtungen: Tests sind freiwillig, die Kontakte am engsten, Sicherheit ist von Vertrauen abhängig. VN-HK

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