„Pendler“ aus der Schweiz in Vorarlberg auf Diebstour

Vorarlberg / 25.01.2022 • 22:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die beiden Angeklagten wurden wegen gewerbsmäßigen Diebstahls zu teilbedingten Haftstrafen verurteilt. eckert
Die beiden Angeklagten wurden wegen gewerbsmäßigen Diebstahls zu teilbedingten Haftstrafen verurteilt. eckert

Flüchtlinge schwärmten von Schweizer Asylheim ins nahe Vorarlberg aus, um zu stehlen.

feldkirch „Jung, männlich, alleinstehend, kein Geld, negativer Asylbescheid, in der Schweiz untergebracht“, so umschreibt Staatsanwalt Manfred Bolter beim Prozess am Landesgericht Feldkirch jene Männer, die im Dezember 2021 in Schweizer Grenznähe im Vorarlberger Unterland auf Beutetour gingen.

Lustenau, Höchst, aber auch andere Gemeinden wurden immer wieder von Gruppierungen heimgesucht, die auf die gleiche Art und Weise versuchten, ihre Finanzen aufzubessern. Zu dieser Gruppe gehören auch jene zwei algerischen Angeklagten im Alter von 17 und 27 Jahren, die sich wegen gewerbsmäßigen Diebstahls vor dem Landesgericht Feldkirch verantworten mussten.

Autos durchsucht

Den beiden jungen Männern wird vorgeworfen, systematisch Autos nach Geld und Wertgegenständen durchsucht zu haben. Sie brachen die Wagen nicht auf, sondern nutzten die Nachlässigkeit einiger Fahrzeugbesitzer, die ihr Auto nicht abgesperrt hatten. Schlussendlich wurden sie einen Tag nach dem Weihnachtsfest auf frischer Tat betreten und in U-Haft gesteckt. Diebsbeute konnte sichergestellt werden und sie zeigten sich auch geständig, wenngleich es im Prozess einiges zu diskutieren gibt.

Der Dolmetscher ist immer eine Weile beschäftigt, die Ausführungen der beiden zu übersetzen. Es seien nur drei Autos gewesen, behauptet der Ältere. Das Gericht geht allerdings von sieben Geschädigten aus. Es gibt Videoaufzeichnungen. Beide Männer werden deshalb wegen gewerbsmäßigen Diebstahls verurteilt. Ausgeschwärmt sind die Diebe von einem Schweizer Asylzentrum, wohin sie nach ihren Taten wieder zurückkehrten.

Klobürste beschädigt

In der Arrestzelle ist eine Klobürste absichtlich beschädigt zu haben. „Ich habe nur das Klo geputzt, dabei ist sie gebrochen“, behauptet der Angeklagte. Das Gericht ist überzeugt, dass er sie mutwillig kaputt gemacht hat.

Da die Klobürste Teil der Gefängniszelle ist und die wiederum zur sogenannten „kritischen Infrastruktur“ gehören, gilt die Tat als „schwere Sachbeschädigung“ und wird strenger bestraft. Den Älteren, den Dieb und Klobürstentäter, trifft es acht Monate Haft, zwei davon muss er absitzen. Der Jüngere bekommt sieben Monate Haft, fünf davon auf Bewährung. EC

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