Baggern für seltene Amphibien

Vorarlberg / 26.01.2022 • 16:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Trotz der Maßnahmen gelte, „zu sehr aufräumen in der Natur schadet eher“, wie Regionsmanager Daniel Leissing erklärt.
Trotz der Maßnahmen gelte, „zu sehr aufräumen in der Natur schadet eher“, wie Regionsmanager Daniel Leissing erklärt.

Naturschutzmaßnahmen an Sponda-Weihern im Europaschutzgebiet Frastanzer Ried.

Frastanz Wo kräftig geholzt und gebaggert wird, fällt der Verdacht nicht unbedingt als Erstes darauf, dass dies zur Erhaltung der natürlichen Artenvielfalt in der Natur dient. Dennoch steckt hinter den Eingriffen rund um die Sponda-Weiher in Frastanz der Naturschutz. Die Maßnahmen dienen dem Erhalt und der Verbesserung der Sponda-Weiher als Amphibienlaichgewässer und zielen dabei auf die ausgewiesenen Schutzgüter Kammmolch und Gelbbauchunke ab.

Die Sponda-Weiher waren bereits Ende der 80er-Jahre von der Firma Hermann Gort GmbH im Gegenzug für eine Deponie für Aushub- und Abbruchmaterial geschaffen worden. Sie entwickelten sich zum perfekten Habitat (Standort) für sechs verschiedene Amphibienarten: In den 90er-Jahren konnten Bergmolch, Teichmolch, Grasfrosch, Erdkröte, Gelbbauchunke und bis zu hundert Kammmolche nachgewiesen werden.

Molche mögen‘s sonnig

Für bessere Lebensbedingungen von Flora und Fauna werden die Weiher zum Teil ausgebaggert und rundherum ausgeholzt. <span class="copyright">He (2)</span>
Für bessere Lebensbedingungen von Flora und Fauna werden die Weiher zum Teil ausgebaggert und rundherum ausgeholzt. He (2)

Über die Jahrzehnte füllten sich die Weiher zusehends mit Falllaub, abgestorbenen Ästen und Faulschlamm. Die Schlammschicht hatte einen Sauerstoffmangel zur Folge. An der ehemals offenen Böschung wuchsen Gehölze hoch auf, wodurch die Weiher stark beschattet wurden. Molch, Unke und Frosch haben es aber gern etwas sonnig: Um als optimale Laichgewässer zu dienen, sind für die Sponda-Weiher am Rande des Frastanzer Rieds Besonnung und sauerstoffreiche Verhältnisse im Wasser wichtig.

Natürlich erhalten

U.a. leben die seltenen Gelbbauchunken im Frastanzer Ried. <span class="copyright">Leissing</span>
U.a. leben die seltenen Gelbbauchunken im Frastanzer Ried. Leissing

Bis zu den Amphibienwanderungen im Frühjahr soll das Laichgewässer für seine Bewohner wieder zur Verfügung stehen. Daher werden die Maßnahmen schon jetzt im Winter durchgeführt. In einem Teil der Weiher wurde Schlamm ausgebaggert, rund um die Weiher wurden durch Abholzen sonnigere Verhältnisse geschaffen. Nun wird aber das gesamte Biotop weitgehend der Natur überlassen. Das umliegende Totholz soll liegen bleiben, da dieses den Amphibien als wertvoller Unterschlupf dient. „Zu sehr aufräumen in der Natur schadet eher“, erklärt der Regionsmanager für die Europaschutzgebiete Daniel Leissing das weitere Vorgehen an den Sponda-Weihern.

Schützenswertes Biotop

Das Frastanzer Ried genießt als Europaschutzgebiet seit dem Jahr 2015 besonderen Schutz. Auf dem etwa 39 Hektar großen Areal sind rund 1270 Tier- und Pflanzenarten zu finden. Zu den besonders schützenswerten Arten bzw. ausgewiesenen Schutzgütern zählt neben dem Kammmolch und der Gelbbauchunke auch die seltene Sumpfgladiole. HE

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