Hunderte Mitarbeiter in Quarantäne

Vorarlberg / 26.01.2022 • 22:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Betriebliche PCR-Tests sollte man anerkennen, meint Blum.Blum
Betriebliche PCR-Tests sollte man anerkennen, meint Blum.Blum

Personalausfälle nehmen zu, berichtet der Blum-Chef. „Das Jonglieren hat seine Grenzen.“

Schwarzach Vorarlberg steht vor der Omikron-Wand. Die Zahl der Neuinfektionen nimmt rasant zu und mit ihr auch die Zahl der Menschen in Quarantäne. Bildeten sie eine Gemeinde, wären sie mittlerweile die fünfgrößte, also in etwa so groß oder gar etwas größer als Hohenems.

Das wird nicht nur für die Betroffenen selbst zur Herausforderung, sondern auch für die Betriebe und Gesundheitseinrichtungen.

Viele fehlen

In der Firma Blum sind derzeit rund 300 Personen nicht im Betrieb. Das heißt, rund 4,5 Prozent aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fehlen coronabedingt. „Die Kurve geht steil nach oben und wir gehen davon aus, dass wir in den nächsten Tagen mit einem
weiteren Anstieg rechnen müssen“, erklärt Geschäftsführer Martin Blum. Natürlich seien die Abwesenheiten eine Belastung. „Vor allem in der Produktion ist es schwierig. Derzeit ist eine Menge Flexibilität unter den Mitarbeitenden gefragt.“ Teilweise könnten Kollegen in anderen Abteilungen zwar aushelfen. „Aber dieses Jonglieren hat seine Grenzen, da oft spezielles Know-how notwendig ist“, erklärt Blum.

In der Firma sei durch Homeoffice, das Bilden fester Teams, regelmäßige Tests, Mindestabstand und Maskenpflicht ein sicheres Arbeitsumfeld geschaffen worden. Dennoch wünscht sich der Blum-Geschäftsführer zwei Anpassungen. „Wir haben für unsere Mitarbeitenden eine eigene Teststation mit PCR-Gurgeltests eingerichtet. Es wäre sehr hilfreich, wenn unsere PCR-Tests für das Freitesten gelten würden.“ Derzeit werden nur behördlich angeordnete Tests anerkannt. Freitesten ist in Vorarlberg erst ab dem achten Tag in Quarantäne möglich. Als Grund nennt die Landesregierung die beschränkten Testkapazitäten. In den anderen Bundesländern können die Tests bereits ab Tag fünf gemacht werden.

„Zu viele in Absonderung“

Blum hält außerdem fest, dass sich derzeit mehr Personen in Absonderungen befinden, als notwendig. Der Umgang mit nicht vollständig geimpften Kontaktpersonen sei aktuell sehr pauschal: „Aufenthaltsort, Abstand, Kontaktdauer und Masketragen werden nicht immer berücksichtigt. Wir wünschen uns eine differenzierte Abklärung.“ Jede Maßnahme helfe, die Personalausfälle reduziere.

Belastung steigt in den Spitälern

Von Personalausfällen sind auch die Vorarlberger Krankenhäuser betroffen. Etwa drei Prozent des Personals müssen der Arbeit coronabedingt fernbleiben. 179 von 6000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern befinden sich derzeit in Quarantäne.

In den sieben Pflegeeinrichtungen von Benevit fehlen aktuell sieben Prozent der 350 Mitarbeiter, wie Geschäftsführerin Carmen Helbok-Föger berichtet. Da sich das betroffene Personal aber auf die verschiedenen Standorte und Bereiche verteile, sei die Situation noch händelbar, erklärt sie genauso wie Gerald Fleisch, Geschäftsführer der Krankenhausbetriebsgesellschaft. Das Personal gerate aber zunehmend unter Druck. VN-ebi

In den Vorarlberger Spitälern fallen derzeit 179 der 6000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter coronabedingt aus.mathis
In den Vorarlberger Spitälern fallen derzeit 179 der 6000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter coronabedingt aus.mathis

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