“Die Opfer haben es verdient, dass man zumindest ihrer gedenkt”

Vorarlberg / 27.01.2022 • 19:42 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Beim Holocaust-Gedenktag wurde der Millionen Opfer gedacht. AFP
Beim Holocaust-Gedenktag wurde der Millionen Opfer gedacht. AFP

Historiker Harald Walser über das „niemals vergessen“.

schwarzach Am Donnerstag wurde der Opfer des Holocaust gedacht. Bis heute gilt das KZ Auschwitz als Symbol für den Massenmord an sechs Millionen Juden und Millionen anderen Menschen. Der Vorarlberger Historiker Harald Walser sorgt dafür, dass die Vergangenheit nicht vergessen wird.

Mit dem Buch „Ein Engel in der Hölle von Auschwitz“ hat er das Leben von Maria Stromberger aufgearbeitet. Die Krankenschwester hat Häftlinge in Auschwitz gerettet, ihnen unter Lebensgefahr Lebensmittel und Medikamente zugesteckt. „Mich hat die außergewöhnliche Geschichte der Maria Stromberger 40 Jahre lang beschäftigt“, erklärte Walser bei Vorarlberg LIVE. Ihre Geschichte im Widerstand ist einzigartig. Das Gefährliche sei das Vergessen. „Wichtig ist, dass man sich mit Details auseinandersetzt. Die Opfer haben es verdient, dass man zumindest ihrer gedenkt und dass man das nicht vergisst, was sie durchgemacht haben“, unterstrich der Historiker. Während polnische Zeitungen über Stromberger berichteten, wurde sie bei uns nicht erwähnt. In Österreich gebe es viel Nachholbedarf, was die Erinnerungskultur betrifft.

Derzeit arbeitet er mit Werner Bundschuh an einem Buch, das die Rolle von NS-Tätern und -Täterinnen aus Vorarlberg kritisch beleuchtet. Die von Coronamaßnahmen-Gegnern gezogenen Vergleiche zur NS-Zeit findet er als unerträgliche Verharmlosung. Hier wünschte er sich ein energischeres Einschreiten der Politik. 

Historiker Harald Walser sprach auch über die Erinnerungskultur, bei der Österreich Nachholbedarf hat.
Historiker Harald Walser sprach auch über die Erinnerungskultur, bei der Österreich Nachholbedarf hat.

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