Schlachten in Vorarlberg: Die Kapazitäten sind eigentlich vorhanden

Vorarlberg / 27.01.2022 • 11:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Schlachten in Vorarlberg: Die Kapazitäten sind eigentlich vorhanden
Über einen Monat ist es her, dass die letzten Tiere in den Schlachthof Dornbirn geführt werden. VN/Paulitsch

Vor allem Spar muss derzeit auf andere Schlachthöfe ausweichen, aber nicht wegen den Kapazitäten.

Dornbirn Knapp einem Monat ist es her, dass im Schlachthof Dornbirn die Lichter ausgingen. Jährlich wurden hier allein 6000 Rinder verarbeitet. An den Kapazitäten scheitert es jedoch nicht, betont der Bersbucher Metzger Hubert Natter, Mitglied des dem Schlachthof nachfolgenden Metzgerverbands Anfang der Woche: “Ich habe drei Mitarbeiter vom Schlachthof übernommen, meine Auslastung ist derzeit aber nur bei 50 Prozent.”

Entsprechend sei jedes Schlachtvieh, welches nicht zwingend eine AMA-Zertifzierung benötige, immer willkommen. Doch gerade dieses Gütesiegel ist für den Lebensmittelhandel von hoher Bedeutung – und für Spar zwingend notwendig.

Die Vorarlberger Landwirtschaft und Schlachthöfe stellen nur einen kleinen Teil der österreichischen Fleischproduktion. “Aber natürlich spüren wir den Verlust des Schlachthofs ins Vorarlberg sehr”, bestätigt Spar-Sprecherin Nicole Berkmann. “Wir müssen derzeit bei den Spezialprogrammen wie ‘Ländle Kalb’ leider auf Schlachthöfe in Tirol ausweichen.” Denn die Eigenmarke Tann schlachtet nicht selbst und ist daher auf AMA-zertifizierte Schlachtbetriebe angewiesen. Spar hoffe hier auf eine zeitnahe Lösung.

Update: Hierbei handle es sich laut SPAR um ein Missverständnis in der Kommunikation. Seit Jahrzehnten werden die Tiere bei der Firma Fetz in Andelsbuch geschlachtet, auch weiterhin bezieht SPAR ausschließlich regionale AMA-Kälber über die Firma Fetz.

Nach und nach trudeln immerhin die notwendigen Zertifikate bei den drei Metzgereien ein. Gstach kann künftig die notwendigen Auflagen für Spar erfüllen, wie die VN berichteten. Eine solche AMA-Zertifizierung brauche ihre Zeit, verweist Verbundsmitglied Natter in auf die Bürokratie und die Amtswege über Wien. Die freien Kapazitäten sind immerhin gute Nachrichten für jene Landwirte, die Bedenken hatten, ob sie die Vorgaben für die Ländle-Produkte einhalten können. Denn diese verlangen die Schlachtung in Vorarlberg.