Impfbrief in Fußach sorgt für Aufregung

Vorarlberg / 31.01.2022 • 15:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Impfbrief in Fußach sorgt für Aufregung
Bürgermeister Peter Böhler ist überzeugt, dass der Brief und seine Wirkung der Gemeindepolitik nicht gerecht wird. VN/Paulitsch, privat

Ein Brief der Gemeinde Fußach an ihre Mitarbeiter schlägt hohe Wellen.

Fußach Gut 100 Telefonate hat Bürgermeister Peter Böhler die letzten Tage geführt, die wenigsten davon mit Bürgern aus seiner Gemeinde. „Darunter waren auch viele persönliche Angriffe“, erklärt er den VN. Grund dafür ist ein Informationsschreiben, das vergangene Woche an die Mitarbeiter der Gemeinde ging.

In dem Brief werden die Gemeindebediensteten aufgefordert, ihrem Arbeitgeber bis spätestens Ende Februar einen 2G-Nachweis oder eine Impfbefreiung vorzulegen. Ansonsten drohe eine Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft. Die oppositionelle Fußacher Wählergemeinschaft zeigt sich irritiert und überlegt, eine Sondersitzung der Gemeindevertretung einzuberufen. Statt Klagen sollte man lieber auf Aufklärung setzen.

So kursiert der Brief in den öffentlichen Netzwerken.
So kursiert der Brief in den öffentlichen Netzwerken.

„Wir sind nicht übermotiviert und haben nicht vor, unsere Mitarbeiter zu denunzieren oder sonst etwas“, beruhigt Böhler. „Vielmehr wollen wir unsere Mitarbeiter abholen.“ Hier verweist der Bürgermeister auf frühere Bemühungen: So habe man bereits zwei Mal die Ängste und Befürchtungen der Mitarbeiter gesammelt und diese in Veranstaltungen gemeinsam mit Ärztekammervertreter Burkhard Walla adressiert.

“Ich entschuldige mich daher bei all jenen, die sich von der Wortwahl verunsichert gefühlt haben – von uns wird natürlich niemand angezeigt. Außerdem entschuldige ich mich bei meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die teilweise öffentlich genannt wurden – die Verantwortung liegt hier vollinhaltlich bei mir. Zum Impfen stehe ich allerdings nach wie vor“, unterstreicht Bürgermeister Peter Böhler. Es sei dezidiert nicht im Interesse der Gemeinde oder Böhlers, hier die Gräben zu vertiefen. Das Informationsschreiben sei in seiner Formulierung leider ungünstig juristisch ausgefallen und ohne Kontext im Internet gelandet. Ein Mitarbeiter, der die Impfung fürchte, habe den Brief im Freundeskreis verschickt. „Einer hat ihm dann ein Ei gelegt“, erklärt sich Böhler die aktuelle Aufregung. Fußach werde natürlich seiner Verantwortung als Gemeinde und öffentliche Körperschaft nachkommen, Anzeigen gebe es jedoch auf die Schnelle keine.

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