Kollision auf der Piste

Vorarlberg / 31.01.2022 • 20:09 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Kollision auf der Piste

Ein Mann – ein durchschnittlich guter Skifahrer – carvte zügig die schwarze Piste hinunter, verkantete, kam auf einem eisigen und sehr glatten Stück Piste ins längere Rutschen und kollidierte dabei mit einer Skifahrerin, die zu Sturz kam und sich dabei verletzte.

Unfallverursacher haftet . . . Die verletzte Skifahrerin klagte, verlangte Schadenersatz und soll der Unfallverursacher überhaupt alle Schäden und Nachteile aus diesem Unfall tragen. Eine geringere Geschwindigkeit hätte nämlich den Unfall verhindern können, so die Klägerin. Die Vorinstanzen bejahten dann auch die Haftung des Beklagten.

. . . doch nicht . . . Das Höchstgericht war dann anderer Meinung und verneinte die Haftung des Unfallverursachers: Im Hinblick auf die Gesamtumstände, stehe eine unangepasst hohe Geschwindigkeit des Beklagten nicht fest und es fehle auch die Rechtswidrigkeit, wenn die Regeln (hier die FIS-Regeln), die es in dieser Sportart gibt, eingehalten werden. Der Unfall sei daher im Rahmen eines erlaubten Sportrisikos passiert. Auch der Anscheinsbeweis könne nicht erfolgreich geltend gemacht werden, weil sich die Kollision nicht unmittelbar nach dem Sturz ereignet habe.

. . . ist Sportrisiko. Das Höchstgericht kam also zum Ergebnis, dass so ein Unglück im Skisport eben passieren kann, ohne dass dabei jemand Schuld hat. Aber Vorsicht. Es handelt sich hier um einen Fall, bei dem eben kein Verschulden des Unfallverursachers festgestellt werden konnte. Dass heißt aber nicht, dass das Gericht in einem ähnlichen Fall genauso entscheiden würde. Es kommt auf die Gesamtumstände an. Daher: „Vorsicht schadet nicht“.

Dr. Ingo Breuß, Vorarlberger Rechtsanwaltskammer

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