„Ma hilft“ und die Wohltäterinnen von der Riedenburg

Vorarlberg / 31.01.2022 • 20:09 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Tamara Bilgeri, Kristin Fussenegger und Kathrin Sigg (v.l.) mit Marlies Müller. 1300 Euro für „Ma hilft“. VN/PAULITSCH
Tamara Bilgeri, Kristin Fussenegger und Kathrin Sigg (v.l.) mit Marlies Müller. 1300 Euro für „Ma hilft“. VN/PAULITSCH

1300 Euro sammelten drei Fünftklässlerinnen durch eine tolle Aktion für den guten Zweck.

Bregenz Die „Ma hilft“-gute-Seele Marlies Müller muss es gleich los werden. „Was ihr da in Hörbranz gemacht habt, war einfach nur großartig. Danke.“ Kathrin Sigg, Tamara Bilgeri und Kristin Fußenegger strahlen ob der Ehrerweisung. Tatsächlich nutzten sie ihre Matura-Diplomarbeit dazu, etwas Außergewöhnliches auf die Beine zu stellen: eine Ausstellung zum Thema „Frauen in der Nachkriegszeit“ mit der Präsentation von Interviews, Zeitzeugen-Gesprächen und Fotos. Am Ende kamen 1300 Euro für „Ma hilft“ heraus und noch viel mehr.

Spannende Zeit

Und so begann alles. Die drei Leiblachtalerinnen setzten sich zusammen. Themenfindung für die Diplomarbeit. Sie wollten etwas Geschichtliches machen, in dem Frauen eine Rolle spielten. Bald war die Idee zum nun schon beendeten Projekt geboren. „Es war alles sehr spannend und aufregend“, erzählt Kathrin. „Wir suchten Zeitzeuginnen und Dokumente, die uns etwas über die Nachkriegszeit mitteilten.“ Diese Tätigkeit führte die Mädchen auch über die Landesgrenzen. So waren sie in Südtirol und auch in Nordrhein-Westfalen, von wo Kristins Mutter stammt. „Wir waren fasziniert von dem, was wir alles in Erfahrung brachten“, berichtet Kristin. Während der Zeit ihrer Interviewtätigkeit verstarb ein Zeitzeuge, der den Maturantinnen gemeinsam mit seiner Frau die Zeit nach dem Krieg schilderte. „Es war uns immer bewusst, dass wir mit diesem Projekt wohl zu den Letzten gehören, die sowas machen können. Weil die Menschen der Nachkriegszeit ja langsam aussterben“, bemerkt Tamara. Die Riedenburg-Mädchen nahmen die Interviews mit ihren Gesprächspartnerinnen selbstverständlich auf, um sie als Audio-Dokumente bei ihrer Ausstellung im Hörbranzer Pfarrsaal zu präsentieren. Der Veranstaltungstag wurde für die Protagonistinnen und alle, die der Ausstellung beiwohnten, ein voller Erfolg. „Mir hat besonders gefallen, wie sich die Besucher im Austauschcafé rege über das Thema unterhalten haben“, sagt Kristin.

Bleibende Eindrücke

Dass die Mädchen mit dem Erlös von 1300 Euro, den sie durch Sponsoren, freiwillige Spenden am Veranstaltungstag und den Verkauf von Kaffee und Kuchen hereinbrachten, einen kommerziellen Erfolg feierten, ist ein Teil der Erfolgsgeschichte. Der andere Teil wird sie vielleicht ein Leben lang begleiten und bereichern. „Es sind die Geschichten der Zeuginnen jener Zeit, aber auch die Begegnung mit vielen interessierten Menschen am Veranstaltungstag“, bringt Tamara den Wert der gemeinsamen Diplomarbeit auf den Punkt. VN-HK

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